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Köln: Studie: Gute Angebote für dicke Kinder bundesweit mager

Köln : Studie: Gute Angebote für dicke Kinder bundesweit mager

Das Therapie-Angebot für dicke Kinder und Jugendliche fällt einer Untersuchung zufolge bundesweit mager aus. „Die Studie zeigt deutliche Defizite in der Qualität der Angebote”, berichtete die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) am Freitag in Köln.

Nur 51 Prozent der Angebote erfüllten die von Experten und Gesundheitsministerium als notwendig erachteten Qualitätskriterien. Die BZgA hatte beim Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg eine deutschlandweite Bestandsaufnahme der Angebote in Auftrag gegeben. In der Studie sind 492 Einrichtungen von insgesamt rund 700 Institutionen erfasst.

Angesichts einer wachsenden Zahl von übergewichtigen Kindern bestehe ein hoher Präventions- und Behandlungsbedarf, betonte die BZgA. Rund 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind zu dick, 6 Prozent von ihnen leiden unter starkem Übergewicht - Adipositas.

Bei den Angeboten für diese Kinder weisen stationäre Angebote insgesamt die höchste Qualität auf, bilanziert die Studie. Es folgen teilstationäre und ambulante Maßnahmen. Kosten und Qualität stehen nicht im engen Zusammenhang. „Konkret heißt das, dass es teure Maßnahmen mit geringer Qualität und preiswerte Maßnahmen mit guter Qualität gibt.”

Laut Untersuchung arbeiten zwei Drittel der Einrichtungen ambulant. Übergewichtige Kinder suchen diese Angebote ein bis zwei Mal pro Woche auf. Weitere 20 Prozent der Behandlungen erfolgen stationär und dauern mehrere Wochen. Die restlichen Angebote sind Maßnahmen, die etwa von Schulen, Kindergärten oder Sportvereinen kommen.

Bei der Adipositas-Therapie sind Kliniken und Ernährungs- Beratungsstellen die wichtigsten Anbieter. Die BZgA hat nun Empfehlungen für eine bessere Versorgung entwickelt, deren Umsetzung Experten aus der Praxis prüfen sollen.