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Berlin: Spa liegt voll im Trend

Berlin : Spa liegt voll im Trend

Hinter dem inflationär verwendeten Begriff „Spa” steht mehr als Sauna mit stündlichem Aufguss. Massage, Beauty-Anwendungen, Dampfbäder - all das kann, muss man aber nicht in modernen Wellness-Oasen finden.

Woran lässt sich eine seriöse Spa-Einrichtung von einem billigen Imitat unterscheiden? „Geschützt ist der Name Spa nicht, aber eine so lautende Einrichtung sollte einige Kriterien erfüllen”, sagt Lutz Lungwitz, Vorsitzender des Deutschen Medical Wellness Verbands in Berlin. Spa leitet sich vom gleichnamigen Badeort in Belgien ab, der vor allem im 18. und 19. Jahrhundert als europäisches Modebad galt.

Heute ist die Kleinstadt eher für ihre Formel-1-Rennen bekannt. Eine allgemein gültige Definition für den Gesundheits-Begriff Spa gibt es indes nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Art Oberbegriff für Gesundheits- und Erholungseinrichtungen. Allerdings gibt es Qualitätsunterschiede: In guten Anlagen findet man Lungwitz zufolge mehrere Saunen und Dampfbäder, einen Massagebereich sowie Räume zur Erholung und Regeneration.

Auch ein Schwimmbad sowie Angebote für Gesichtspflege und andere Beauty-Anwendungen gehören zum Standard. Häufig gibt es einen Fitnessraum mit verschiedenen Geräten zum Ausdauer- und Krafttraining. Weil man sich für einen Besuch im Spa ein paar Stunden Zeit nimmt, sollte zudem ein gastronomischer Bereich Teil der Einrichtung sein. „Ein Hotel mit Sauna und Massagebank im Keller ist also nicht automatisch ein Spa-Resort”, betont Lungwitz.

Teils massive Qualitätsunterschiede gebe es auch beim Personal. Erholungssuchende sollten dem Wellness-Experten zufolge darauf achten, dass ausgebildete Fachleute die Anwendungen betreuen und nicht etwa der Aufgussmeister auch die Rückenmassage durchführt. „Das sollte grundsätzlich ein Physiotherapeut machen”, sagt Lungwitz. Beauty-Anwendungen sind Sache einer Kosmetikerin. Gütezeichen ist darüber hinaus, wenn in der Spa-Anlage auch ein Mediziner regelmäßig nach dem Rechten schaut.

Viele Leute neigen nach Angaben von Lungwitz dazu, sich im Fitnessraum oder im Sauna-Bereich zu überfordern. Für Patienten mit Kreislaufproblemen können 20 Minuten in der 90-Grad-Sauna aber gefährlich werden. „Ein ärztlicher Gesundheitscheck vor dem Spa-Besuch ist gerade für ältere Gäste die optimale Betreuung”, sagt der Experte. Qualitativ hochwertige Spa-Einrichtungen haben in der Regel ihren Preis.

Aber auch Gesundheitsbewusste mit einem schmalen Geldbeutel brauchen auf Erholung nicht verzichten. „Es muss nicht immer der luxuriöse Spa-Tempel sein”, betont Lungwitz. Auch städtische Einrichtungen böten oft tolle Bäder zu einem moderaten Preis. Ein Picknick in freier Natur oder ein gemütliches Bad daheim könne den gleichen Erholungseffekt haben. „Hauptsache ist, dass man sich im Alltag Freiräume für die Entspannung reserviert und auch mal in der Lage ist, gar nichts zu tun”, betont der Wellness-Experte.