Frankfurt a.M: Sexualhormon in Mineralwasser

Frankfurt a.M: Sexualhormon in Mineralwasser

Biologen der Universität Frankfurt am Main haben das weibliche Sexualhormon Östrogen in zwölf von 20 untersuchten Mineralwasser-Marken festgestellt.

„Wir mussten feststellen, dass Mineralwasser hormonell betrachtet in etwa die Qualität von Kläranlagenabwasser aufweist”, teilten die Wissenschaftler der Goethe-Universität am Donnerstag mit. Noch sei nicht geklärt, ob die Hormonkonzentration ein gesundheitliches Risiko darstelle.

Zumindest ein Teil der Hormone stammt den Angaben zufolge aus der Kunststoffverpackung. Die Belastung des Mineralwassers mit Östrogen sei in Plastikflaschen etwa doppelt so hoch wie in Glasflaschen. Ein Grund dafür könne das Auslaugen von Zusatzstoffen wie Weichmachern in den Plastikflaschen sein.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, „würde dies bedeuten, dass nahezu die gesamte Bandbreite unserer Lebensmittel hormonell belastet ist”, teilten die Biologen mit. Die Mehrzahl der Lebensmittel wird inzwischen in Plastik verpackt.

Über die Aufnahme und den Abbau von Umwelthormonen im menschlichen Körper ist nach Angaben der Wissenschaftler noch nichts bekannt. Derzeit versuchten sie, die einzelnen Substanzen im Mineralwasser zu identifizieren, die für die hormonelle Belastung verantwortlich sind.

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