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Schweißproduktion im Übermaß: Alles Wichtige rund um Hyperhidrose

Alles Wichtige rund um Hyperhidrose : Schweißproduktion im Übermaß

Egal, ob warme Temperaturen im Sommer, körperliche Anstrengung oder Auspowern beim Sport - in diesen und anderen Situationen ist es ganz natürlich, dass wir Menschen schwitzen.

Über zahlreiche Schweißdrüsen auf der Haut verliert man täglich Flüssigkeit und das sowohl in Form von sichtbarem als auch von unsichtbarem Schweiß.

Unangenehm kann es werden, wenn die Schweißproduktion nicht wie gewohnt abläuft, sondern über die normale körperliche Funktion hinausgeht. Aus medizinischer Sicht handelt es sich dann um Hyperhidrose. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Begriffen „hyper“ (= über, zu viel) und „hidros“ (= Schweiß) zusammen. Warum Menschen schwitzen und was man über Hyperhidrose grundsätzlich wissen sollte, haben wir für Sie zusammengefasst.

Warum wir überhaupt schwitzen

Der menschliche Körper erzeugt unabhängig davon, ob wir uns bewegen oder nicht, kontinuierlich Wärme. Das Schwitzen ist daher einfach erklärt die körpereigene Klimaanlage, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Über das Verdunsten von Schweiß auf unserer Haut wird die Temperatur kontinuierlich reguliert bzw. ausbalanciert. Die Bildung von Schweiß, der dann verdunstet ist letztlich ein Kühlsystem, welches eine stabile Körpertemperatur ermöglicht.

Schweiß besteht übrigens nicht nur aus Wasser. Denn wenn wir Schwitzen, verlieren wir dabei auch Mineralstoffe und Spurenelemente wie unter anderem Calcium und Magnesium. Wenn es in der warmen Jahreszeit besonder heiß ist oder unser Körper sich beim Sport stärker erwärmt als im Ruhezustand, muss diese Wärme abgeleitet werden. Deshalb schwitzen wir bei hoher Umgebungstemperatur oder körperlicher Anstrengung mehr.

Durch das Verdunsten des Schweißes entsteht ein Kühleffekt, der für den Körper lebensnotwendig ist. Damit der Körper dabei nicht austrocknet und kein Nährstoffmangel vorliegt, ist eine ausreichende Wasserzufuhr besonders wichtig. Und der Nährstoffhaushalt kann durch entsprechende Lebensmittel wieder aufgefüllt werden.

Was sich hinter Hyperhidrose verbirgt

 Wer von Hyperhidrose betroffen ist, schwitzt nicht einfach nur mehr im Sommer oder beim Sport mehr als es normal ist. Im Gegenteil äußert sich Hyperhidrose darin, dass die Schweißproduktion auch dann im Übermaß stattfindet, wenn der Körper eigentlich nicht heruntergekühlt werden muss. In diesem Fall können die Schweißausbrüche durch eine Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems hervorgerufen werden. Durch die Fehlfunktion werden die Schweißdrüsen ohne das dies notwendig ist verstärkt angeregt.

Hyperhidrose tritt in verschiedenen Arten auf

Wie sich Hyperhidrose je nach Einzelfall äußert, ist immer unterschiedlich. Bei manchen Menschen ist es so, dass sie am gesamten Körper übermäßig schwitzen. In diesem Fall wird in der Fachsprache von genereller bzw. allgemeiner Hyperhidrose gesprochen, die auch als sekundär bezeichnet wird. In den meisten Fällen besteht hierbei eine Verbindung zu bereits bestehenden Krankheiten. Das können bei Frauen zum Beispiel die Wechseljahre sein oder unabhängig vom Geschlecht der Betroffenen eine Überfunktion der Schilddrüse.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann Hyperhidrose fördern. Neben der hier beschriebenen allgemeinen Variante gibt es auch die lokalisierte Form. Dabei betrifft die übermäßige Schweißproduktion nur bestimmte Körperstellen. Es wird hierbei auch von primärer Hyperhidrose gesprochen. Betroffene Areale sind häufig Hände, Gesicht, Achseln oder auch die Füße. Dabei handelt es sich um Körperstellen, die für das emotionale Schwitzen verantwortlich sind.