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München: Schlittschuhlaufen trainiert Gleichgewicht und Herz-Kreislauf-System

München : Schlittschuhlaufen trainiert Gleichgewicht und Herz-Kreislauf-System

Winterzeit ist Schlittschuhzeit. Auch wenn die Seen nicht mehr so lange und so oft zufrieren wie früher, gibt es doch in vielen Städten künstliche Bahnen, wo man auf Kufen dahingleiten kann.

Für die Fitness ist das sehr zu empfehlen, denn Eislaufen hat - wie alle Ausdauersportarten - eine positive Wirkung auf Herz und Kreislauf.

Die Glätte des Eises, die für Anfänger die große Herausforderung ist, macht gleichzeitig den Trainingseffekt beim Eislaufen aus: „Dadurch wird die Koordination der Muskeln ausgesprochen gut geübt und das Gleichgewichtsorgan trainiert”, sagt Udo Dönsdorf, Sportdirektor bei der Deutschen Eislauf-Union. Der Verband betreut die Leistungssportler im Eiskunstlauf.

Gleichzeitig spreche der Sport die Muskulatur ganzheitlich an, sagt Dönsdorf: „Es werden ja nicht nur die Beinmuskeln gebraucht, sondern auch die Arme, weil sie für das Gleichgewicht in die Seithalte genommen werden.” Einen zusätzlichen therapeutischen Effekt habe auch die Bewegung an der frischen Luft, die das Atmungssystem kräftige.

Eislaufen ist ein Sport für die ganze Familie. Kleine Kinder lernen die Bewegungen besonders leicht. Ab vier Jahren kann es losgehen. Für ältere Menschen ist reizvoll, dass der Sport im Gegensatz zum Joggen sehr gelenkschonend ist.

Abschreckend kann dagegen die Sturzgefahr wirken. Deshalb rät Dönsdorf, Schoner zu benutzen. Geeignet sind Sets für Ellenbogen und Knie, wie sie auch für Skater angeboten werden. Eine leicht vorgeneigte Haltung und eine Beugung der Knie verhindern einen Sturz nach hinten. „Nach vorne zu fallen, ist immer besser”, weiß Dönsdorf aus seinen Erfahrungen als Trainer.

Was den Schlittschuh angeht, empfiehlt der ehemalige Deutsche Meister im Eistanz Modelle aus Leder. Sie schmiegten sich besser an den Fuß als die heute gängigen Schuhe aus Kunststoff. So habe man über die Kufen einen guten Kontakt zum Eis, könne die Fußmuskulatur besser einsetzen und mehr Geschicklichkeit entwickeln.

Ob aus Leder oder Plastik, den Schuh mit befestigter Stahlkufe gibt es noch nicht so lange. Er wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Anfangs benutzte man Kufen aus Knochen. Belege dafür gibt es schon aus prähistorischer Zeit. Gut geeignet zum Schlittschuhlaufen ist das Schienbein des Schweins, daher hat auch das Eisbein seinen Namen.