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Kiel: Schlechte Prognose erlaubt krankheitsbedingte Kündigung

Kiel : Schlechte Prognose erlaubt krankheitsbedingte Kündigung

Arbeitnehmer, die sich gegen eine krankheitsbedingte Kündigung wehren wollen, müssen selbst Belege für eine absehbare Besserung ihres Gesundheitszustandes anbringen.

Es reiche nicht aus, die behandelnden Ärzte gegenüber dem Arbeitgeber von ihrer Schweigepflicht zu entbinden, entschied das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (Urteil vom 11. März 2008, AZ: 2 Sa 11/08). Zudem setze eine krankheitsbedingte Kündigung lediglich voraus, dass ein Arbeitnehmer aller Voraussicht nach nicht innerhalb der kommenden zwei Jahre wieder arbeitsfähig werde. Wie lange der Arbeitnehmer bereits erkrankt sei, spiele keine Rolle.

Im konkreten Fall hatte sich ein Arbeitnehmer nach einer für ihn ungünstig verlaufenen Dienstbesprechung krankschreiben lassen. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik und 14 Monaten Arbeitsunfähigkeit machte der Arbeitgeber ein Angebot zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Als der Arbeitnehmer nicht reagierte, sprach der Arbeitgeber eine ordentliche krankheitsbedingte Kündigung aus.

Die folgende Kündigungsschutzklage begründete der Arbeitnehmer unter anderem damit, dass er bald wiederhergestellt sei, was seine Ärzte bestätigen könnten. Allerdings legte der Kläger für diese Behauptung keine Belege vor, sondern bot lediglich an, die Ärzte von ihrer Schweigepflicht zu entbinden. Nach Ansicht der Richter reichte das nicht aus. Der Kläger hätte vielmehr erläutern müssen, welche Krankheit diagnostiziert worden sei, wie die bisherige Therapie verlaufe und warum bald mit einer Besserung zu rechnen sei, obwohl die Erkrankung bereits seit 14 Monaten ohne erkennbare Veränderung des Gesundheitszustandes andauere.