1. Leben
  2. Gesundheit

Stuttgart/Karlsruhe: Rubbel-Kur für neue Frische

Stuttgart/Karlsruhe : Rubbel-Kur für neue Frische

Viele Monate lang war die Haut unter der Kleidung verborgen. Jetzt will sie wieder gezeigt werden. Farbe müssen die ersten Sonnenstrahlen von allein bringen. Aber für eine Erfrischung kann jeder sorgen: Mit Peelings lässt sich der Haut dabei auf die Sprünge helfen, ihre oberste Schicht zu erneuern.

Und wer mit Selbstbräuner dem Sommer-Teint vorgreifen will, sollte die Haut vorher ohnehin mit der Rubbel-Kur glätten - sonst gibt es unschöne Schlieren.

Vor allem aber lasse ein Peeling die Haut zart, rosig und straffer aussehen, sagt Hanne Vedder, Kosmetikexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. „Durch ein Peeling sollen Abschuppungen der oberen Hautschicht entfernt werden. Und es soll kleinere Unreinheiten beheben und die Durchblutung fördern.” Zumindest für letzteres braucht es nicht unbedingt ein Produkt aus dem Drogeriemarkt oder aus der Kosmetikabteilung sein.

„Ich muss da nicht viel Geld für ausgeben. Ich kann auch einfach einen rauen Schwamm nehmen, denn letztlich ist es ein mechanischer Vorgang”, sagt die US-amerikanische Kosmetikexpertin Paula Begoun, die Produkte für Verbraucher unter die Lupe nimmt. „Früher hat man das ja auch einfach mit einem Schwamm, einer Bürste oder mit Mandelkleie gemacht - und hat kräftig gerubbelt”, bestätigt Hanne Vedder.

Denn auf diesem Weg werden die Hautschuppen ebenso entfernt, und die Massage unterstützt die natürliche Hauterneuerung. Mancher mag es aber gern, sich Gesicht, Unterarme und Beine mit einer Creme mit zerstoßenen Mandel- oder Aprikosenkernen, kleinen Reis-Partikeln oder Polyethylenkügelchen abzureiben. Meist duften die Cremes auch frisch und fruchtig.

„Die Hersteller drängen im Moment vermehrt mit Neuem auf den Markt”, hat Dirk Meyer-Rogge, Dermatologe aus Karlsruhe, beobachtet. Neben den mechanischen Peelings mit Rubbel-Partikeln werde die Auswahl der sogenannten chemischen Peelings immer zahlreicher. Sie enthalten Säuren - zum Beispiel Fruchtsäuren aus Weintrauben, Äpfeln oder Zitrusfrüchten, erläutert Vedder. „Auch das fördert die Abschuppung toter Hautzellen und versorgt die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit.” Der Rubbelschwamm kann dann aus der Dusche verschwinden.

„Die Säure führt zu einer kleinen Verätzung und setzt die Selbstheilung der Haut in Gang. Sie regeneriert also schneller, als sie das von allein tun würde”, sagt Mediziner Meyer-Rogge. Das führe zu einer Verjüngung der oberen Hautzellen. Säurehaltige Peelings dürften zu einer guten Pflege dazu gehören. Dabei ist zwischen Cremes aus der Drogerie und medizinischen Produkten zu unterscheiden. „Pharmazeutische Zubereitungen gehören nur in Ärztehand. Die sind hoch aggressiv und werden zum Beispiel zum Abtragen von Aknenarben eingesetzt”, sagt Verbraucherschützerin Vedder.

Andere scharfe Produkte würden bei Älteren zur Hautverjüngung eingesetzt. „Da bleiben Sie erst einmal vier Tage zu Hause, wenn Sie zu solch einer Behandlung bei mir waren”, sagt Meyer-Rogge. Ebenso schätzt Vedder Laser-Peelings ein: „Auch manche Kosmetikerin bietet das heute an. Da raten wir aber eher von ab - auch das gehört ausschließlich in die Hand eines Arztes.”

Verschiedene Ansichten gibt es darüber, wie oft ein Peeling gut für die Haut ist. Grundsätzlich spielen Hauttyp und Hautpartie eine Rolle. Sowohl für trockene als auch für fettige Haut seien Peelings wichtig, sagt Paula Begoun. Aber wer trockene Haut hat, sollte ein Peeling auf einer feuchtigkeitsspendenden Basis verwenden.

Stark fettige Haut könne einmal in der Woche ein Peeling vertragen. Wird die Haut nur hin und wieder schuppig und ist sensibel, sollte man nur alle 14 Tage rubbeln, sagt Vedder. Für die großen Flächen am Körper rät sie zur Bürsten- oder Handschuhmassage unter der Dusche - für das Gesicht könne ein Kosmetikprodukt ratsam sein, weil der Teint auf die raue Oberfläche stark reagieren könnte.

Meyer-Rogge mahnt, dass zu starke Reizung der Haut unbedingt zu vermeiden sei. Auch die gängigen Produkte aus der Drogerie sollte man „nicht jeden zweiten Tag” nehmen - das überfordere möglicherweise die Wachstumsfähigkeit der Haut. „Profi-Produkte” aus der Apotheke sollten noch vorsichtiger dosiert werden. Die üblichen Cremes dürften aber ein- bis zweimal in der Woche zum Einsatz kommen - bei guter Verträglichkeit. Wem die Haut hinterher brennt, sollte weniger oft peelen.

Vedder rät gerade bei den Fruchtsäure-Cremes zur Vorsicht. „Da muss man aufpassen. Die sind in der Regel sehr niedrig dosiert, aber es verträgt nicht jeder.” Rötungen und gespannte Haut seien möglich - und das soll im Sommer nun wirklich nicht sein.