Pisa: Roter Kopf bei Zorn ist Zeichen für gesunden Kreislauf

Pisa: Roter Kopf bei Zorn ist Zeichen für gesunden Kreislauf

Wer bei Ärger keinen roten Kopf bekommt, der sollte sein Herz-Kreislauf-System untersuchen lassen: Bei Menschen mit Bluthochdruck erweitern sich die Halsschlagadern bei starken Emotionen wie Ärger nämlich nicht so, wie dies bei gesunden Menschen der Fall ist, zeigt eine US-Studie.

Die Ursache liegt vermutlich in einer Fehlfunktion der Gefäße, die sich nicht genügend ausdehnen können. Tasneem Naqvi und Hanh Hyuhn von der Universität in Südkalifornien und vom Cedars-Sinai Medical Center haben mit diesem Ansatz eine neue Methode entwickelt, um das Risiko für künftig auftretende Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestimmen. Im Fachmagazin „Cardiovascular Ultrasound” berichten sie über ihre Ergebnisse.

Die Wissenschaftler benutzten Ultraschallbilder, um die Effekte von psychischem Stress auf die Erweiterung der Halsschlagadern und einer Arterie im Gehirn zu messen. Die Probanden mussten verschiedene Aufgaben lösen, die sie in einen Stresszustand versetzten. An der Studie waren 38 gesunde Probanden und 28 Patienten mit Bluthochdruck beteiligt. Bei den gesunden Probanden dehnten sich bei mentalem Stress die Halsschlagadern aus und die Gehirndurchblutung stieg an. Bei den Risikopatienten hingegen erfolgte keine dieser beiden Reaktionen.

Die Forscher testeten auch, wie die Gefäße der Probanden auf Stickstoffmonoxid reagieren, das vom Körper als Signal zur Erweiterung der Gefäße ausgeschüttet wird. In diesem Fall schien es keinen messbaren Unterschied zwischen gesunden Personen und Risikopatienten zu geben. Grundsätzlich können die Gefäße der Bluthochdruckpatienten demnach auf den Befehl zum Ausdehnen reagieren, sie scheinen jedoch nicht mehr so flexibel zu sein wie die von gesunden Menschen.

Eine schlecht funktionierende Erweiterung der Herzgefäße trägt zur Entwicklung von Infarkten bei Risikopatienten bei, sagt Tasneem Naqvi. Es werde sich zeigen, ob die fehlende Gefäßerweiterung durch mentalen Stress tatsächlich als Risikofaktor beziehungsweise als Marker für zukünftige Komplikationen gebraucht werden könne. Die Ergebnisse haben für Risikopatienten auf jeden Fall eine große Relevanz, denn eine nicht ausreichende Steigerung der Hirndurchblutung bei geistigen Herausforderungen könnte sich negativ auf die Leistung des Gehirns auswirken.

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