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Washington: Risikobereite Menschen können Dopamin schlechter kontrollieren

Washington : Risikobereite Menschen können Dopamin schlechter kontrollieren

Impulsive und zu Risikobereitschaft neigende Menschen haben im Gehirn weniger Andockstellen zur Kontrolle des Botenstoffs Dopamin. Das haben US-Forscher bei Hirnscans von 34 Freiwilligen herausgefunden.

Die wenigsten Rezeptoren für Dopamin fanden die Wissenschaftler um David Zald von der Vanderbilt-Universität in Nashville bei impulsiven Probanden, die stets auf der Suche nach neuen „Kicks” waren. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Journal of Neuroscience” (31. Dezember).

Mit einem Fragebogen versuchten die Wissenschaftler zunächst herauszufinden, welche der Probanden auf positive Eindrücke von außen besonders empfänglich sind. Solche Persönlichkeiten reagieren auf gutes Essen, Sex oder besondere Erlebnisse besonders stark, ebenso wie auch auf Drogen wie Kokain.

Ein solches Verhalten könnte direkt mit der Produktion und Verarbeitung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn in Zusammenhang stehen, hatten bereits frühere Studien an Nagern gezeigt. So fanden Forscher bei besonders neugierigen Ratten weniger Rezeptoren, die für die Kontrolle der manchmal auch als Glückshormon bezeichneten Substanz zuständig sind.

Ein ähnliches Ergebnis beobachteten die Wissenschaftler nun bei den Probanden: Auch hier hing die Zahl der für das Dopamin zuständigen Rezeptoren stark von der Persönlichkeit ab. Bei den Befragten, die angaben, besonders offen für Neues, entscheidungskräftig und spontan zu sein und sich auch gerne einmal über bestehende Regeln hinwegzusetzen, fanden die Forscher deutlich weniger dieser Rezeptoren als bei eher soliden Zeitgenossen.

„Je weniger dieser Rezeptoren vorhanden sind, desto weniger können sie regulieren, wie viel Dopamin freigesetzt wird”, erklärt Zald den Zusammenhang. Deshalb lösten neue Eindrücke bei solchen Menschen eine verstärkte Ausschüttung von Dopamin aus, weshalb auch die emotionale Reaktion stärker ausfalle.