1. Leben
  2. Gesundheit

Basel: Reptilien-Pflaster soll Operationswunden verkleben

Basel : Reptilien-Pflaster soll Operationswunden verkleben

Wunden nach einer Operation werden gemeinhin mit Nadel und Faden zugenäht. In Zukunft könnte ein spezieller Klebstoff aus der Tierwelt diese recht aufwendige Methode ersetzen.

Wissenschaftler der Universität Basel und des Massachusetts Institute of Technology in den USA haben sich Geckos zum Vorbild genommen, die dank ihrer feinbehaarten Zehen selbst glatte vertikale Wände erklettern oder kopfüber an einer Decke entlanggehen können. Nach diesem „Gecko-Prinzip” entwickelten die Forscher ein Klebeband, das bald Anwendung in Operationssälen finden könnte, wie die Universität Basel mitteilt.

Geckos haben Zehen, die mit Milliarden feinster speziell geformter Härchen ausgestattet sind. Eine Kombination von Reibung und Anhaftung hält die Echse auf einer Oberfläche fest, erlaubt es ihr gleichzeitig aber auch, sich schnell darauf fortzubewegen.

Dieses Prinzip versuchten die Forscher mit künstlichen Oberflächen nachzuahmen. Ziel war es, eine Art Klebeband herzustellen, das nicht mittels eines Klebstoffs sondern mit dem Gecko-Prinzip zusammenhält. In Zusammenarbeit mit dem Massachusetts General Hospital gelang es, eine solche Gecko-Oberfläche zu entwickeln, die auch im Kontakt mit Wasser kleben bleibt. Die Wissenschaftler fabrizierten mit Hilfe lithographischer Methoden Oberflächen mit kleinsten flachen Spitzen, die dann mit einem klebeverstärkenden Zuckerpolymer bedeckt wurden. Auch auf tierischem Gewebe blieb diese entwickelte Oberfläche haften.

Laut den Forschern ist damit der Schritt zum Einsatz beim Menschen nicht mehr weit. Dass das Klebeband bald Einzug in den Operationssaal hält, sei auch deshalb wahrscheinlich, weil es biologisch abbaubar sei.