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Hamburg: Qualität der Ultraschalluntersuchung entscheidend

Hamburg : Qualität der Ultraschalluntersuchung entscheidend

Schwangere wählen für die Untersuchung von Ungeborenen überwiegend die Ultraschalldiagnose. Das haben Bonner Universitätsmediziner bei einer Erhebung unter 700 Frauen in der 15. bis 18. Schwangerschaftswoche festgestellt. Die lange Zeit favorisierte Fruchtwasserpunktion ist mit einem Fehlgeburtsrisiko von 0,5 Prozent behaftet.

Grund für den Trend ist die inzwischen erreichte Qualität der Sonographie, durch die sich die Gruppe der Frauen deutlich eingrenzen lässt, der eine Punktion der Fruchtblase empfohlen wird. Die Wissenschaftler um Annegret Geipel vom Universitätsklinikum Bonn stellen ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Ultraschall in der Medizin” vor.

Zwei Drittel der in die Studie einbezogenen Schwangeren waren bereits vor der Ultraschalluntersuchung in ihrem Entschluss für oder gegen eine Fruchtwasseruntersuchung gefestigt. Von diesen änderten lediglich 10,4 Prozent ihre vorgefasste Meinung und entschieden sich gegen die Punktion. Ein Drittel war noch nicht festgelegt und wollte den Ultraschallbefund abwarten.

„Offenbar weiß eine wachsende Zahl von Frauen um die Möglichkeit der gezielten Sonographie”, folgert Studienleiterin Annegret Geipel, Leitende Oberärztin der Pränatalmedizin. In dieser Gruppe war der Einfluss des Ultraschallergebnisses groß: 86,7 Prozent der Frauen mit unauffälligem Befund nahmen keine Fruchtwasseruntersuchung in Anspruch. Für diese Frauen war der normale Ultraschallbefund offenbar ein wichtiger und beruhigender Faktor.

Jede fünfte Schwangerschaft in Deutschland betrifft heute Frauen über 35 Jahren und somit die Altersgruppe, der eine Fruchtwasseruntersuchung angeboten wird, mit der sich erblich bedingte Schäden des Kindes ausschließen lassen. Tatsächlich deckt aber auch die gezielte Sonographie beim Ungeborenen Fehlbildungen auf wie etwa einen offenen Rücken oder Herzfehler.

Zudem untersuchen Ärzte mit dem bildgebenden Verfahren das Kind auf sogenannte Soft-Marker, also körperliche Merkmale, die zum Beispiel auf eine Chromosomenstörung wie das Down-Syndrom hindeuten können. Die Ergebnisse erlauben zwar keine eindeutige Diagnose, lassen aber genauere Aussagen über die Wahrscheinlichkeit zu, mit der ein Kind betroffen ist.

„Bei unauffälligem Ultraschall liegt das Risiko für ein Down-Syndrom rund 70 Prozent unter dem normalen Altersrisiko”, erläutert Privatdozentin Geipel, die Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin ist. Vielen Frauen genüge diese Information und sie verzichteten dann auf die invasive vorgeburtliche Diagnostik.