Hamburg: Pille ohne Pause: Bei starken Regelschmerzen eine Alternative

Hamburg: Pille ohne Pause: Bei starken Regelschmerzen eine Alternative

Für viele Frauen ist die Monatsblutung mit starken Beeinträchtigungen verbunden. Sie sind während dieser Zeit oft gereizt, neigen zu Depressionen und klagen über Bauchkrämpfe oder Kopfschmerzen.

Die Langzyklus-Anwendung der Antibabypille bietet besonders in Situationen wie dem Urlaub oder bei Examensprüfungen eine Möglichkeit, die lästigen Monatsblutungen zu reduzieren. „Dabei wird die Einnahme der Pille mit der nächsten Packung ohne siebentägige Pause fortgesetzt, so dass die Entzugsblutung ausbleibt”, erklärt Wolfgang Cremer, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte aus Hamburg.

Die ununterbrochene Einnahme der Pille sei keinesfalls ungesund. „Wenn diese Anwendung hilft, dass starke Regelschmerzen ausbleiben, kann sie zur Gesundheit der Frau beitragen”, erläutert der Gynäkologe. Für den Langzyklus eignen sich jedoch nur bestimmte Pillen. „Es sollten nur niedrig dosierte Einphasenpräparate eingenommen werden, denn bei Mehrphasenpräparaten kann es durch den unterschiedlichen Hormongehalt der verschiedenen Pillen zu Zwischenblutungen kommen„, sagt Cremer. Er empfiehlt, das Verhütungsmittel drei bis sechs Monate durchgehend einzunehmen und dann eine Pause einzulegen.

Trotz durchgehender Einnahme kann es jedoch zu Schmierblutungen kommen. „Ansonsten können alle Nebenwirkungen wie bei der normalen Anwendung, beispielsweise Gewichtszunahme oder Migräne, auftreten”, erläutert Cremer. Ängste, dass die Fruchtbarkeit durch die Langzyklus-Anwendung herabgesetzt sei, hält er für unbegründet. „Bisher deutet nichts darauf hin, dass die kontinuierliche Einnahme der Pille Auswirkungen auf eine spätere Schwangerschaft hat”, sagt der Gynäkologe.