1. Leben
  2. Gesundheit

München: „Pille danach” vom Arzt verschreiben lassen

München : „Pille danach” vom Arzt verschreiben lassen

Will eine Frau nach einer Verhütungspanne zur sogenannten „Pille danach” greifen, sollte sie sich diese von ihrem Gynäkologen verschreiben lassen.

Dieser wisse, ob das Mittel überhaupt notwendig ist und welche Gegenanzeigen bestehen, so Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF) in München. Grundsätzlich gelte: Je früher die Pille eingenommen wird, desto sicherer wirkt sie. Am effektivsten sei sie, wenn die Einnahme in den ersten 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr erfolgt. Sie könne aber noch bis zu 72 Stunden später empfängnisverhütend wirken.

Die Pille verhindert oder verschiebt laut Albring den Eisprung so, dass die Eizelle nicht befruchtet werden kann. Ist es bereits zu einer Befruchtung gekommen, verhindert sie die Einnistung in die Gebärmutter. Nach Einnahme der Pille kommt es meist zum gewohnten Zeitpunkt zu einer Abbruchblutung, eventuell ist diese etwas stärker als sonst. Manchmal tritt auch schon vorher eine Zwischenblutung auf. „Sollte die Blutung allerdings zum gewohnten Termin ausbleiben oder nur sehr schwach sein, ist umgehend der Frauenarzt aufzusuchen, um eine Schwangerschaft auszuschließen”, sagt Albring.

Die häufigsten Nebenwirkungen seien Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Nach Erbrechen sollte innerhalb von drei Stunden erneut eine Tablette eingenommen werden. Hat sich die befruchtete Eizelle bereits eingenistet, sei die Pille nicht mehr wirksam. „Es handelt sich also nicht um eine "Abtreibungspille", die etwa bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt wird”, erläutert Albring. Ein Rezept ist außerhalb der Praxisöffnungszeiten in den örtlich bekannten Notfallpraxen erhältlich.