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San Diego: Olivenöl-Bestandteil verhindert im Labor den Beginn von Alzheimer

San Diego : Olivenöl-Bestandteil verhindert im Labor den Beginn von Alzheimer

Ein Bestandteil hochwertigen Olivenöls entpuppt sich nach und nach als wahrer Tausendsassa.

Die Oleocanthal genannte Substanz wirkt nicht nur entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und schmerzlindernd, sondern kann möglicherweise sogar die Alzheimer-Krankheit stoppen, wie jetzt eine Studie amerikanischer Forscher nahelegt.

Zumindest im Labor verändert sie nämlich Proteinfragmente, die mit dem Frühstadium der Krankheit in Verbindung gebracht werden, chemisch so, dass diese nicht mehr an die Kontaktstellen zwischen Nervenzellen andocken können. Dadurch wird auch die Schädigung der Zellen verhindert, die schließlich zum typischen Gedächtnisverlust bei Alzheimer führt. Ob das Oleocanthal jedoch die gleiche Wirkung auch im Körper ausübe, sei bislang völlig unklar, schreiben Paul Breslin vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia und seine Kollegen im Fachblatt „Toxicology and Applied Pharmacology” (doi: 10.1016/j.taap.2009.07.018).

Obwohl das auffälligste Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit die sogenannten senilen Plaques - klumpenartige Ablagerungen von Eiweißfragmenten mit dem Namen Abeta-Protein - im Gehirn sind, scheint die tödliche Gefahr für die Nervenzellen eher von kleinen löslichen Varianten von Abeta auszugehen. Diese auch ADDLs genannten Fragmente können sich unter bestimmten Umständen an die Kontaktstellen der Nervenzellen heften und so deren Untergang auslösen, bevor es überhaupt zur Plaque-Bildung kommt. Gelänge es, die ADDLs unschädlich zu machen, müsste sich auch der Nervenzelltod verhindern lassen, lautete daher die Arbeitshypothese von Breslin und seinen Kollegen.

Das richtige Werkzeug dafür entdeckten die Wissenschaftler in hochwertigem Olivenöl beziehungsweise dem darin enthaltenen Oleocanthal. Die Substanz ist Studienleiter Breslin schon seit längerem bekannt: Er und seine Mitarbeiter hatten sie vor knapp fünf Jahren aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem entzündungshemmenden Schmerzmittel Ibuprofen entdeckt und begonnen, ihr Potenzial zu untersuchen. Auch in der aktuellen Studie habe sich die Verbindung als recht vielversprechend erwiesen, berichten die Wissenschaftler: Bei Tests im Labor veränderte die Anwesenheit von Oleocanthal die ADDLs derart, dass es diesen nicht mehr gelang, sich an kultivierte Nervenzellen anzuheften und sie zu zerstören.

Zudem hatte die Behandlung mit Oleocanthal noch einen weiteren unerwarteten, aber nicht unwillkommenen Effekt auf die ADDLs: Sie reagierten anschließend weit stärker auf Antikörper als zuvor. Für Breslin wird das Oleocanthal durch die Kombination dieser beiden Wirkungen - der Blockierung der Toxizität und der verbesserten Immunerkennung - zu einem extrem aussichtsreichen Kandidaten für eine zukünftige Alzheimertherapie. Bisher sei daran jedoch noch nicht zu denken: Zuerst muss sich die Substanz im Tierversuch und vor allem in klinischen Studien bewähren.