Wiesbaden: Oft psychische Belastung am Arbeitsplatz

Wiesbaden: Oft psychische Belastung am Arbeitsplatz

Psychische Belastungen spielen am Arbeitsplatz eine größere Rolle als körperliche. Jeder achte Erwerbstätige (12,3 Prozent) ist psychischen Belastungen ausgesetzt, ergab eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.

Dabei fallen vor allem Zeitdruck und Arbeitsüberlastung ins Gewicht. Allein 11,2 Prozent der Befragten nannten diese beiden Faktoren. Andere Gründe wie Mobbing (0,8 Prozent) oder Gewalt am Arbeitsplatz (0,3 Prozent) fallen dagegen deutlich ab.

Leichte Unterschiede gibt es bei den Geschlechtern: Frauen waren etwas häufiger Opfer von Mobbing, Männer etwas häufiger Arbeitsbelastung und Zeitdruck ausgesetzt. Körperlich belastet fühlt sich jeder neunte Erwerbstätige (11,0 Prozent). Wichtigste Belastungsgründe sind in diesem Fall das Hantieren mit schweren Lasten (6,1 Prozent) sowie Lärm und Vibrationen (2,3 Prozent).

Bei den tatsächlichen aufgrund von Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz liegen psychische Ursachen dagegen nicht vorn: In erster Linie klagen Erwerbstätige über Probleme mit dem Bewegungsapparat. An erster Stelle liegen dem Statistischen Bundesamt zufolge Rückenleiden (2,4 Prozent).

Es folgen Beschwerden an Nacken, Schultern, Armen und Händen (1,6), sowie Probleme mit Hüfte oder Beinen (0,6 Prozent). Auf den gleichen Wert kommen „psychische Erkrankungen wie Stress und Beklemmungen”. Atembeschwerden und Lungenerkrankungen, Herz/Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen nannten jeweils nur 0,2 Prozent der Erwerbstätigen.

Die Daten wurden im Rahmen einer Zusatzerhebung zur Arbeitskräftestichprobe aus dem Jahr 2007 erhoben, bei der rund 80.000 Arbeitnehmer zu arbeitsbedingten Gesundheitsbeschwerden befragt wurden. Ausschlaggebend für die Datenerhebung war die Selbsteinschätzung der Arbeitnehmer, nicht eine ärztliche Diagnose.