Hamburg: Nutzen der Gebärmutterhalskrebs-Impfung wird geprüft

Hamburg: Nutzen der Gebärmutterhalskrebs-Impfung wird geprüft

Der Nutzen der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs steht vor einer Neubewertung. Das wichtigste Organ der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), will erneut darüber entscheiden, ob die Impfung für Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren weiter von den Krankenkassen übernommen werden soll, wie das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel” am Samstag vorab berichtete.

„Wenn der Nutzen womöglich so gering ist, muss man natürlich fragen, ob die Kosten noch in einem sinnvollen Verhältnis stehen”, sagte der G-BA-Vorsitzende Rainer Hess dem Blatt.

Nach einer Stellungnahme des Robert-Koch-Instituts werde noch mal über die Impfung gegen den Humanen Papillomvirus (HPV) entschieden. Hess räumte laut „Spiegel” ein, 2007 „unter enormem Druck” gestanden zu haben, die Impfung einzuführen. Vor einigen Wochen hatten dem Bericht zufolge 13 angesehene Medizinprofessoren in einem offenen Brief an den G-BA auf fehlende Beweise für den Nutzen der Impfung hingewiesen.

Die Entwicklung des Impfstoffs wurde ermöglicht durch die Arbeit des deutschen Krebsforschers Harald zur Hausen. Er wurde 2008 für die Entdeckung des HPV mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Der Forscher hatte sich dafür ausgesprochen, Mädchen bereits ab neun Jahren zu impfen.

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