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Zürich: Neues Material für Knochenchirurgie löst sich im Körper auf

Zürich : Neues Material für Knochenchirurgie löst sich im Körper auf

Schweizer Wissenschaftler haben ein metallisches Glas entwickelt, aus dem sich Schrauben und Platten zur Fixierung von Knochenbrüchen herstellen lassen und das sich nach einiger Zeit von selbst auflöst.

So blieben vielen Patienten weitere Operationen zur Entfernung solcher Implantate erspart, die bisher meist aus Stahl hergestellt werden.

Das neue Material besteht aus Magnesium, Zink und Kalzium und wird als Glas bezeichnet, da es durch schnelles Abkühlen aus einer Schmelze hergestellt wird und auf diese Weise eine ungeordnete innere Struktur erhält - ähnlich wie Fensterglas. Über die Entwicklung der Forscher um Jörg Löffler berichtete die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) am Montag in Zürich.

Als Ersatz für die bisher bei Operationen eingesetzten Materialien aus rostfreiem Stahl oder aus Titan sind Legierungen auf der Basis von Magnesium besonders interessant. Dieses Leichtmetall ist mechanisch belastbar, baut sich jedoch nach und nach vollständig ab und setzt dabei lediglich Ionen frei, die für den Körper keine Belastung darstellen. Der Nachteil von Magnesiummaterialien ist jedoch, dass sich beim Abbau Wasserstoff bildet, der zu Gasblasen im Gewebe führen kann. Solche Blasen können das Knochenwachstum und damit die Heilung behindern und zudem zu Entzündungen führen.

Die Wissenschaftler stellten nun jedoch eine Legierung aus Magnesium, Zink und Kalzium her, die ein anderes Abbauverhalten zeigt, bei dem sich kein Wasserstoff mehr bildet. „Die neuartige Legierung hat großes Potenzial für die Knochenchirurgie”, ist Jörg Löffler überzeugt. Mit weiteren Forschungsarbeiten und klinischen Tests soll das neue metallische Glas in den nächsten Jahren bis zur Marktreife gebracht werden. Denkbar sind dabei nicht nur Fixierungen zur Behandlung von Knochenbrüchen, sondern auch Stent-Implantate für Eingriffe in den Blutgefäßen.