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Bielefeld: Migranten sind nicht häufiger krank

Bielefeld : Migranten sind nicht häufiger krank

Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland weder öfter noch seltener krank als der nicht zugewanderte Bevölkerungsteil. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Gesundheitswissenschaftlern der Universität Bielefeld im Auftrag des Berliner Robert Koch-Instituts.

Allerdings verhielten sich Migranten in manchen Bereichen vernünftiger, beispielsweise beim Alkoholkonsum. Anderswo hätten sie dagegen erhöhte Gesundheitsrisiken, teilt die Hochschule mit und spricht vom ersten umfassenden Bericht zum Thema „Migration und Gesundheit” in Deutschland.

Alkoholkonsum, in der Gesamtbevölkerung ein wesentlicher Risikofaktor für viele Krankheiten, fällt bei Mitbürgern mit Migrationshintergrund eher moderat aus. Die Ursache ist laut der Studie kulturell bedingt. Ein weiterer schützender Faktor für die Gesundheit der Migranten sei zum Beispiel das zum Teil günstigere Stillverhalten von Müttern. Zuwanderer bauten zudem oft soziale Netzwerke auf, die gesundheitsfördernd wirken könnten.

Überdurchschnittlich hoch ist unter Migranten in Deutschland die Säuglingssterblichkeit. Auch einige Infektionskrankheiten wie die Tuberkulose kommen häufiger vor sowie Erkrankungen durch psychosoziale Belastungen infolge der Trennung von der Familie oder politischer Verfolgung im Herkunftsland. Im Großen und Ganzen erkrankten Migranten aber meist an ähnlichen Leiden wie die Gesamtbevölkerung, heißt es.

Rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland hat den Angaben zufolge einen Migrationshintergrund, das heißt diese Menschen sind selbst eingewandert oder wurden hier als Kinder von Einwanderern geboren. Die ausführliche Studie ist im Internet unter http://www.rki.de (Stichwort Gesundheitsberichterstattung) abrufbar.