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Wiesbaden: Mediziner können dem Herzen beim Heilen zusehen

Wiesbaden : Mediziner können dem Herzen beim Heilen zusehen

Mit moderner Technik können Mediziner dem Herzen beim Heilen nach einem Infarkt zusehen. So ließen sich mit einer Methode radioaktiv markierte Stammzellen aus dem Knochenmark dabei beobachten, wie sie sich im geschädigten Herzgewebe ansiedeln.

Das berichtete der Internist, Kardiologe und Physiker Prof. Rudolf Bauer am Dienstag im Vorfeld des diesjährigen Internistenkongresse in Wiesbaden. Stammzellen können sich zu neuen Herzmuskelzellen umwandeln. Die Bilder der Positronenemissionstomographie (PET) sollten helfen, die Therapie zu verbessern, betonte Bauer.

Mit Hilfe der Bilder können die Mediziner die Behandlung gegebenenfalls so ändern, dass eine möglichst große Zahl von Stammzellen zum geschädigten Muskel gelangt. Auch ein Stoff namens Faktor XIII lässt sich abbilden, der zur Wundheilung unerlässlich ist. Die Kernspintomographie (MRT) kann wiederum den sogenannten programmierten Zelltod nach einem Herzinfarkt zeigen, der eine vom Infarkt verursachte Herzschwäche maßgeblich beeinflusst.

„PET und MRT haben unterschiedliche Stärken und Schwächen”, erklärte Bauer. Die Mediziner arbeiteten deshalb daran, die verschiedenen Verfahren zu einer „Fusionsbildgebung” zusammenzuführen, um noch bessere Abbilder zu erhalten. Neue bildgebende Verfahren sind einer der Schwerpunkte des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) vom kommenden Sonntag bis Mittwoch.

Zur Bedeutung von Herzinfarkten und Herzschwächen erklärte der DGIM-Vorsitzende Prof. Georg Ertl, in der Altersgruppe der über 65-Jährigen sei Herzinsuffizienz bei Frauen die zweithäufigste Todesursache und bei Männern die vierthäufigste. Ursache der Herzschwäche sei oft ein Infarkt.