1. Leben
  2. Gesundheit

Münster: Mediziner beobachten Anstieg bei Hautkrebs im Gesicht

Münster : Mediziner beobachten Anstieg bei Hautkrebs im Gesicht

Hautkrebserkrankungen im Gesicht sind nach Erkenntnis der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie dramatisch angestiegen. In den 60er Jahren seien bundesweit jährlich sechs neue Fälle des Schwarzen Hautkrebses in Deutschland pro Jahr und 100.000 Einwohnern gezählt worden.

„Die Häufigkeit hat sich inzwischen verdoppelt”, sagte der Arzt Volker Schwipper zum Abschluss ihrer Jahrestagung am Samstag in Münster. Grund sei vor allem ausgedehntes Sonnenbaden ohne ausreichenden Schutz.

Besonders hohe Neuerkrankungsraten sind in der Generation der heute 50- bis 70-Jährigen zu verzeichnen. „Das sind die Leute, die in den 70er Jahren nach Italien zum Baden gefahren sind”, sagte der Tagungspräsident und Leiter einer Fachklinik in Münster. Vor allem der Nasenrücken und die Augenlider seien betroffen.

Die Sterblichkeitsrate bei Hautkrebs ist nach seinen Worten eher gering. „Das ist nicht das große Thema”, sagte Schwipper. Allerdings sei die Operation von Hauttumoren im Gesicht ein oft entstellender Eingriff. Mit ausgefeilten Operations-und Transplantationstechniken könnten inzwischen aber große Fortschritte erzielt werden.

Besonders komplizierte Hautverpflanzungen und Hautverschiebungen am Augenlid hätten große Erleichterungen für die Patienten gebracht. „Das ist eine fast künstlerische Tätigkeit.” Der Mediziner beklagte, dass zu wenig auf handelsübliche Sonnencremes zurückgegriffen werde, denn diese böten in der Regel ausreichend Schutz vor der krebserregenden UV-Strahlung.