Magersucht hat schwerwiegende Folgen

Hungern bis zum Tod : Magersucht hat schwerwiegende Folgen

Immer mehr Menschen, Frauen sowie Männer, erkranken an einer Essstörung. Die häufigste Form einer solchen Störung ist die Magersucht. Leider ist das auch die gefährlichste Form. Die Leiden und Schäden, die durch die exzessive Mangelernährung entstehen, können im schlimmsten Fall bis zum Tod führen.

Aber auch die nicht lebensbeendenden Folgen von Magersucht sind verheerend.

Von Magersucht sind inzwischen so viele Menschen betroffen, dass es zahlreiche Anlaufstellen und Beratungsstellen gibt. Diese sollten bei Verdacht oder Erkennen einer Magersucht dringend aufgesucht werden, denn die Krankheit ist gefährlich. Mit ihr gehen zahlreiche körperliche Schäden einher, manche dieser Schäden können nicht wieder geheilt werden.

Ein ungesunder Körper ist ein Teil der Magersucht

Die Magersucht ist eine psychische Erkrankung, die sich negativ auf den eigenen Körper auswirkt. Betroffene haben meist ein verzerrtes Selbstbild und halten sich stetig für zu dick, auch trotz Untergewicht.Um ihrem Ideal zu entsprechen, hungern die Erkrankten weiter und essen über lange Zeit teilweise gar nichts.

Das führt langfristig zu schlimmen körperlich Schäden:

  • Der Hormonhaushalt von Magersüchtigen ist gestört. Bei Frauen führt dies zum Ausbleiben der Periode und im schlimmsten Fall bis hin zur Unfruchtbarkeit. Zudem hat die Krankheit negative Auswirkungen auf die Libido der Frau. Magersüchtige Männer leiden häufig unter Potenzproblemen, die ihre psychischen Probleme oft noch verschlimmern.
  • Die Knochensubstanz von an Magersucht erkrankten Personen vermindert sich mit anhaltender Mangelernährung. Auf Dauer kann dies zu Osteoporose führen und die Knochen langfristig schädigen.
  • Durch die andauernde Unterernährung baut der Körper der betroffenen Person Muskeln ab. Zudem schrumpft das Unterhautfettgewebe der Erkrankten. Das führt zum deutlichen Hervortreten der Venen. Außerdem wird der Körper nicht mehr ausreichend vor Kälte geschützt und vor allem Füße und Hände erkalten sehr schnell. Dazu trägt auch der sinkende Blutdruck bei.
  • Neben Knochenschäden sind auch Schädigungen an den Zähnen, zum Beispiel Karies, keine Seltenheit bei einer Magersucht.
  • Die Mangel- und Fehlernährung während der Magersucht haben auch Probleme mit der Verdauung zur Folge.

Auch äußerliche Veränderungen treten in Folge einer Magersucht auf. Die Haut wird trocken, das Haar brüchig, oft kommt es sogar zu Haarausfall. Zudem kann es zu Wassereinlagerungen im Gewebe kommen. Die Psyche der Betroffenen verleitet sie außerdem in vielen Fällen zu Selbsthass und selbstverletzendem Verhalten.

Eine Krankheit, die Betroffene in den Tod führen kann

Wird Magersucht nicht behandelt, beziehungsweise nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu noch weit schlimmeren Folgen kommen als Haarausfall oder dem Ausbleiben der Periode. Durch langanhaltende Mangelernährung oder Fehlernährung können Organschäden auftreten, die zum Tod führen. Auch ein plötzliches Herzversagen ist nicht auszuschließen. Selbsthass und selbstverletzendes Verhalten können, sollte die Magersucht nicht in einer Therapie behandelt werden, zum Suizid führen.

Etwa zehn Prozent der an Magersucht Erkrankten sterben aufgrund der Folgen von Fehl- und Mangelernährung, außerdem durch Infektionen, Entgleisungen der Elektrolyten oder eines Lungenschadens. Vollständig geheilt wird nur ungefähr die Hälfte aller Betroffenen. Etwa 20 bis 30 Prozent der Erkrankten schaffen immerhin eine Verbesserung ihres Zustandes.

Bei rund 25 Prozent der von Magersucht betroffenen Menschen kommt es zu einem chronischen Krankheitsverlauf. Zu diesem gehören dann auch körperliche Folgeschäden und eine eingeschränkte Lebensqualität. Indirekt sind zudem meist Angehörige und Freunde oder Kollegen beziehungsweise Lehrer betroffen.

(vo)
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