Berlin: Leistungsdruck nehmen: Selbstbewusstsein beugt Magersucht vor

Berlin: Leistungsdruck nehmen: Selbstbewusstsein beugt Magersucht vor

Selbstbewusste Jugendliche sind weniger anfällig für Essstörungen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin hin.

Es sei daher wichtig, dass Eltern ihr Kind keinem zu großen Leistungsdruck aussetzen und keine Vergleiche zu anderen anstellen. Nur so könne es eine starke Persönlichkeit entwickeln und lernen, sich und seinen Körper - auch mit scheinbaren Makeln - zu akzeptieren.

„Das Selbstwertgefühl von magersüchtigen Jugendlichen ist oft sehr niedrig, weil sie das subjektive Gefühl haben, nicht den Anforderungen zu genügen, die die Gesellschaft an sie stellt”, erläutert DGKJP-Präsident Prof. Johannes Hebebrand. Sie hätten außerdem oft einen ausgeprägten Hang zur Perfektion, das verstärke ihre negative Selbsteinschätzung. Ein gesundes Selbstwertgefühl könne dagegen vor dieser schweren Essstörung schützen.

In Deutschland erkranken den Angaben zufolge jährlich 0,5 bis 1 Prozent aller Frauen an Magersucht, die meisten im Alter zwischen 14 und 18. Risikogruppen sind vor allem Sportlerinnen und Models. Männer seien weitaus weniger häufig betroffen. Fünf Prozent aller Erkrankten sterben im Zuge ihrer Essstörung.

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