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Osnabrück: Langes Warten auf die OP?

Osnabrück : Langes Warten auf die OP?

Patienten in Deutschland müssen nach Angaben von Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe zukünftig mit Wartelisten für Operationen rechnen. Weil die Versorgung auf Betreiben des Staates reduziert werde, entstünden Wartezeiten, sagte Hoppe in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung”.

„Vor allem für Krankheiten, an denen man kein Geld verdienen kann, wird es wenig Interessenten geben”, fügte Hoppe hinzu. „Das wird ein großes Problem.” Dies gelte zum Beispiel für Demenzerkrankungen, psychische Krankheiten oder unheilbare chronische Erkrankungen.

Die Gesundheitsversorgung auf dem Land könnte deutlich knapper werden. „Das alte Denken - in 15 Minuten sollte jeder Patient das für ihn geeignete Krankenhaus gefunden haben - wird nicht mehr gelten”, sagte Hoppe.

Er beklagte eine „totale wirtschaftliche Ausrichtung des Gesundheitswesens”. Früher habe es Krankenhäuser auch dort gegeben, wo sich nicht ausgelastet waren, wie bei der Feuerwehr. „Man schließt ja auch nicht die Feuerwehr, weil es mal einige Jahre nicht gebrannt hat.”

Die Patient-Arzt-Beziehung werde „mittlerweile als ein Faktor in einen industriellen Betriebsablauf eingeordnet”. Alles sei auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichtet. Es herrsche Ärztemangel in bestimmten Regionen und bestimmten Fachgebieten. So gebe es nicht genug Nachwuchs bei den Hausärzten.