Oldenburg/Tübingen: Künstlicher Glutamatschalter soll Netzhauterkrankungen heilen

Oldenburg/Tübingen: Künstlicher Glutamatschalter soll Netzhauterkrankungen heilen

Für Menschen mit bislang nicht therapierbaren Netzhauterkrankungen des Auges gibt es möglicherweise bald neue Heilungschancen. Wissenschaftler aus Oldenburg, Tübingen und Berlin entwickeln nach Angaben der Universität Oldenburg zurzeit ein Implantat, das degenerierte Photorezeptoren in der Netzhaut ersetzen soll.

Photorezeptoren sind spezialisierte Zellen, die das ins Auge einfallende Licht in elektrische Impulse umwandeln. Durch Freisetzung des Botenstoffs Glutamat aus den Nervenenden oder Synapsen der Photorezeptoren werden diese Impulse an die nachgeschalteten Nervenzellen der Netzhaut und des Gehirns weitergeleitet. So wird ein Seheindruck erzeugt.

Die Wissenschaftler wollen nun ein Implantat entwickeln, das durch eine gezielte Freisetzung von Glutamat die Funktion einer „künstlichen Synapse” im Nervensystem übernimmt. Als eine Art „Glutamatschalter” soll es die degenerierten Photorezeptoren ersetzen. Langfristig wollen die Wissenschaftler solche Implantate auch zur Behandlung von verschiedenen neurodegenerativen Erkrankungen des Gehirns wie beispielsweise Parkinson einsetzen.