Berlin: Kribbeln in Händen oder Beinen kann ein Warnzeichen sein

Berlin: Kribbeln in Händen oder Beinen kann ein Warnzeichen sein

Kribbeln in den Händen oder an den Beinen kann ein Warnzeichen für eine schwere Erkrankung sein: „Vor allem wenn es einseitig auftritt, muss man auch an eine Durchblutungsstörung des Gehirns denken”, erklärt Otto Busse, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und Sprecher der Deutschen Schlaganfallgesellschaft in Berlin.

Ursache könnte dann ein Schlaganfall sein, bei dem ein Blutgerinnsel Blutgefäße blockiert und Teile des Gehirns nicht mehr richtig versorgt werden können.

So kann es zum Ausfall von Hirnfunktionen kommen, was sich unter anderem auch durch Taubheitsgefühle in bestimmten Körperteilen äußern kann. Auch eine Migräne oder ein Druck auf Nervenstränge kann Ursache von einseitigen Kribbelgefühlen in Arm oder Bein sein. Immer wenn solche Symptome plötzlich auftreten, sollte unmittelbar eine Klinik mit Schlaganfallerfahrung - auch „Stroke Unit” genannt - aufgesucht werden.

Tritt hingegen auf beiden Körperseiten ein kontinuierliches Kribbeln auf, liegt die wahrscheinlichere Ursache eher in einer Erkrankung der peripheren Nervenstränge, wie Busse berichtet.

Solche Erkrankungen fassen Neurologen unter dem Begriff Polyneuropathie zusammen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: So können unter anderem Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Fehlernährung, Alkoholmissbrauch oder Infektionskrankheiten für solche Nervenschäden verantwortlich sein, die nicht nur zu Kribbelgefühlen, sondern auch zu schweren Funktionsausfällen führen können. Generell sei es daher ratsam, bei deutlichen Taubheitsgefühlen die Ursachen vom Neurologen abklären zu lassen.

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