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Kreuzbandriss muss nicht immer operiert werden

Kreuzbandriss muss nicht immer operiert werden

Unterhaching. Wer gerne Ski fährt, Fußball spielt oder auf dem Tennisplatz steht, kennt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Diagnose „Kreuzbandriss”, zum Teil sogar aus eigener Erfahrung.

Denn Bewegungen und Sportarten, bei denen das Bein plötzlich bei angespannter Muskulatur verdreht werden muss, belasten die Gewebebänder des Knies, die Oberschenkelknochen und Schienbein verbinden - manchmal so stark, dass sie mit einem knallenden Geräusch reißen.

Typische Hinweise auf einen solchen Riss sind das Anschwellen des Knies, ein blutiger Erguss und - vor allem - eine Instabilität im Gelenk, die dazu führt, dass sich das Schienbein gegen den Oberschenkel verschieben lässt.

„Ob operiert wird oder nicht, wird der Arzt von Fall zu Fall entscheiden, unter anderem abhängig davon, wie intensiv der Betroffene Sport betreibt”, erläutert Siegfried Götte, Orthopäde aus Unterhaching bei München.

Ist beispielsweise nur eines des Bänder betroffen, ohne dass die Gelenkkapsel oder die Menisken beschädigt sind, reicht es oft aus, die Muskeln rund um das Gelenk zu stärken und abzuwarten, ob sie das Knie stabilisieren können. „Möchte der Verletzte hingegen später wieder viel und intensiv trainieren, wird man eher dazu tendieren, den frischen Riss zu nähen beziehungsweise das Band bei einer Operation zu ersetzen”, berichtet Götte.

In allen Fällen ist es jedoch entscheidend, parallel die Muskulatur zur Stabilisierung aufzubauen und die Beweglichkeit des Gelenks wiederherzustellen.