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Berlin: Krankenstand steigt wieder leicht

Berlin : Krankenstand steigt wieder leicht

Nachdem der Krankenstand jahrelang in Deutschland gesunken ist, steigt er jetzt wieder leicht.

Laut dem Gesundheitsreport der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK), der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, waren die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr im Durchschnitt 11,5 Tage krankgeschrieben.

Das entspricht einem Krankenstand von 3,2 Prozent. Im Jahr 2006 lag dieser bei 3,0 Prozent (elf Fehltage). Der Vorstandsvorsitzende der DAK, Herbert Rebscher, sagte, der Anstieg bedeute aber noch keine Trendwende. „Der Krankenstand bewegt sich noch immer auf einem historisch niedrigem Niveau”, sagte Rebscher: „Wir haben einen Stand erreicht, der nicht weiter zu unterschreiten ist.”

Nach Angaben der DAK war der Krankenstand acht Jahre in Folge gesunken. Am häufigsten müssen Arbeitnehmer nach wie vor wegen Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems pausieren. Sie verursachen mehr als ein Fünftel aller Krankheitstage. An zweiter und dritter Stelle folgen Atemwegs-Erkrankungen und Verletzungen. Die psychischen Erkrankungen haben erneut zugenommen und mittlerweile für jeden zehnten Fehltag verantwortlich.

Branchen mit einem hohen Krankenstand sind vor allem das Gesundheitswesen und die öffentliche Verwaltung. Bei Banken, in der Rechtsberatung und in den Medien werden die Beschäftigten hingegen deutlich seltener krankgeschrieben.

In Westdeutschland lag der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 3,0 Prozent, in den neuen Bundesländern bei 3,7 Prozent. Gründe für die Differenz sind laut DAK, dass die Beschäftigten in Ostdeutschland schneller zum Arzt gehen und öfter in Branchen arbeiten, in denen der Krankenstand traditionell hoch ist.

Für den Gesundheitsreport hat die DAK die Krankschreibungen von 2,6 Millionen erwerbstätigen Kassenmitgliedern ausgewertet. Den Report hat das Berliner IGES-Institut erstellt.