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Krankenkasse und Versicherung: Bewegung für 2020

Was ändert sich? : Krankenkasse und Versicherung: Bewegung für 2020

In den vergangenen Jahren sorgten die geänderten Anforderungen des Gesundheitssystems dafür, dass sich die Beiträge der privat oder gesetzlich Versicherten in Deutschland verschoben. Auch vor dem neuen Jahreswechsel richtet sich der Blick aus diesem Grund mit Sorge auf die aktuellen Verhältnisse.

Doch was wird sich aus Sicht der Verbraucher tatsächlich ändern? Wir haben die wichtigsten Punkte in den Blick genommen.

Beitragsgrenzen bleiben 2020 stabil

Die gesetzliche Krankenversicherung sieht sich derzeit nicht dazu gezwungen, etwas an den aktuellen Regelungen zu ändern. Für den allgemeinen Beitragssatz bedeutet dies, dass die verbindliche Untergrenze von 14,6 Prozent, die in zwei gleichen Teilen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt werden, erhalten bleibt. Der ermäßigte Beitragssatz wird für diesen Zweck noch immer mit 14 Prozent festgesetzt, während die Höhe des vom Einkommen abhängigen Zusatzbeitrags ganz in den Händen der Versicherung bleibt.

Grundsätzlich bedeutet dies, dass die gesetzliche Krankenversicherung in den meisten Haushalten mit unterdurchschnittlichem Einkommen die günstigere Alternative bleibt. Dies kann sich für diejenigen nach einer schlechten Nachricht anhören, die sich für den Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden haben, wo die Rückkehr nun ausgeschlossen scheint. Wie dies auch für Kinder möglich sein kann, wird auf dieser Seite gut erklärt.

PKV versucht Erhöhungen zu umgehen

Auch im Bereich der PKV erwarten die Versicherten einige Änderungen zum Jahr 2020. Die Praxis jedoch zeigt, dass der ganz große Umsturz vermieden werden konnte. Zuletzt wurden die Beiträge im Januar 2019 deutlich erhöht. Als Begründung wurden damals die gesetzlichen Änderungen in der Pflegeversicherung angegeben. Bis dato sieht es nicht so aus, als würde schon wieder ein solcher Wandel ins Haus stehen, auf den sich die privaten Krankenversicherungen zu einer Reaktion gezwungen sehen.

Doch nicht immer offenbaren sich die Änderungen erst bei einem Blick auf die Beiträge. In den vergangenen Jahren wurde von einigen privaten Krankenversicherungen versucht, das Verhältnis von Preis und Leistung durch die inkludierten Dienstleistungen anzupassen. Mit der Umstellung auf Unisextarife 2013 wurden die Musterbedingungen des PKV-Verbandes um viele Leistungen erweitert (z.B. im Bereich der Psychotherapie oder offener Heil- und Hilfsmittelkataloge).

Trotzdem ist auf die großen Differenzen zu verweisen, die hier noch immer zwischen den verschiedenen Anbietern bestehen. Nur ein genauer Blick auf die Angebote ist deshalb dazu geeignet, sich Gewissheit über diese Punkte zu verschaffen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Die Diskussion der Obsoleszenz

Noch nicht ganz vom Tisch ist derweil die politische Debatte rund um die Abschaffung der PKV. Nach wie vor gibt es einzelne politische Vertreter, die für ein System plädieren, das keine solche Trennung mehr vornimmt. Sie sind der Meinung, dass es nur auf diese Art und Weise möglich wäre, für ausgeglichene Verhältnisse im System der Krankenkassen zu sorgen und dieses auf die neuen Herausforderungen einzustellen, wie sie zum Beispiel der demographische Wandel in diesen Tagen mit sich bringt. Doch bis dato gibt es keine Studien, die den Wert einer solchen Zusammenlegung bestätigen.

Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob dieser nach deutschem Recht überhaupt in der Form in die Tat umgesetzt werden dürfte. In Anbetracht all dieser Punkte ist es daher nicht sonderlich wahrscheinlich, dass dieser Plan in den nächsten Jahren weiter verfolgt wird.

Für Verbraucher, die mit ihrer aktuellen Situation als Versicherte zufrieden sind, bedeuten die jüngsten Nachrichten zunächst keine großen Veränderungen. Doch auch die Stabilität, welche für das Jahr 2020 vorausgesagt wird, kann einen guten und ausführlichen Vergleich der Angebote per se nicht ersetzen. Hierbei handelt es sich um ein wertvolles Mittel, um über einen langen Zeitraum zu hohe laufende Kosten zu umgehen. Es lohnt sich daher in jedem Fall, etwas Zeit zu investieren und einen Blick auf die eigene Situation zu werfen. Anpassungen können dann leicht vorgenommen werden.

(vo)