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Kopfweh, Übelkeit, Lichtscheu – ist Alkohol ein Trigger für Migräne?

Kopfweh, Übelkeit, Lichtscheu : Alkohol ein Trigger für Migräne?

Migräne gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen: In Deutschland leiden rund zehn Prozent der Bevölkerung an Migräne, wobei Frauen knapp doppelt so häufig betroffen sind wie Männer. Neben den bekannteren Auslösern wie beispielsweise Stress rückt auch der Alkoholkonsum als möglicher Trigger in den Fokus. Aber wie stark ist der Einfluss von Alkohol tatsächlich?

 Migräne: mehr als nur Kopfschmerzen

Wer glaubt, Migräne sei nichts weiter als gewöhnliche Kopfschmerzen, liegt falsch. Viele Patienten sind bei einem Migräneschub völlig außer Gefecht gesetzt und können alltäglichen Tätigkeiten nicht mehr nachkommen. Bettruhe ist oft die einzige Möglichkeit.

Was ist Migräne?

Migräne ist ein sehr starker, pulsierender Kopfschmerz, der schubweise auftritt. Er beginnt meist einseitig, geht im Verlauf häufig auch auf die andere Seite über und kann von vegetativen Symptomen begleitet werden. So sind Betroffene häufig licht- und lärmscheu, haben keinen Appetit und leiden unter Übelkeit.

Rund zehn Prozent der Patienten leiden unter einer Sonderform: Migräne mit Aura. Hierbei kündigt sich der eigentliche Migräneschub durch neurologische Anzeichen wie etwa Sehstörungen an.

Häufigkeit und Dauer der Migräneattacken sind bei jedem verschieden. Bei manchen Betroffenen treten sie nur einige Male pro Jahr auf, bei anderen mehrmals im Monat, in Extremfällen sogar nahezu täglich. Ein Migräneschub kann mehrere Stunden bis Tage andauern.

Trigger – die häufigsten Auslöser von Migräne

Bei entsprechender erblicher Veranlagung kann Migräne durch verschiedene innere oder äußere Faktoren (Trigger) ausgelöst werden.

Welche Trigger die größte Rolle spielen und am häufigsten zu einem Migräneschub führen, ist individuell verschieden. Selbstbeobachtung und genaue Dokumentation (zum Beispiel in einem Schmerztagebuch) helfen Betroffenen dabei, die wichtigsten Einflussfaktoren herauszufinden.

Zu den häufigsten Triggern gehören unter anderem ein unregelmäßiger Schlaf-Wach- oder Essrhythmus und Stress. Bei Frauen sind auch Hormonveränderungen, etwa aufgrund der Zyklusphase oder der Einnahme der Anti-Baby-Pille, mögliche Trigger für eine Migräne-Attacke. Als Auslöser gelten weiterhin äußere Einflüsse wie Lärm, Licht, Wetterveränderungen oder bestimmte Lebensmittel.

Alkohol als Auslöser von Migräne

Speziell der Genuss von Alkohol steht als möglicher Migräneauslöser immer wieder zur Diskussion. Viele Betroffene stellen im Laufe ihrer Erkrankung einen Zusammenhang zwischen Kopfschmerzattacken und Alkoholkonsum fest. Deshalb verzichten Migräne-Erkrankte oft aus Angst vor der Triggerwirkung grundsätzlich auf Alkohol.

Wissenschaftler untersuchten ebenfalls den Effekt von Alkoholkonsum auf die Entstehung von Migräneattacken. Laut einer niederländischen Studie löst der Genuss von Alkohol bei gut einem Drittel der Befragten einen Migräneschub aus.

Insbesondere Rotwein gilt allgemein als Migräne-Trigger. Als Auslöser eines Anfalls sind oft nur zwei Standardgläser notwendig. Experten vermuten dahinter bestimmte Inhaltsstoffe wie Histamin, Tyranin oder Phenylalanin. Bei der niederländischen Studie gaben knapp zehn Prozent der Befragten an, dass der Genuss von Rotwein grundsätzlich und ohne Ausnahme zu einem Migräneschub führt.

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) rät Betroffenen generell, mögliche Migräneauslöser so gut es geht zu vermeiden. Beim Genuss von Alkohol ist das – im Gegensatz zu Wetterumschwüngen oder Hormonveränderungen – verhältnismäßig einfach.

Der tatsächliche Einfluss von Alkohol auf die Entstehung von Migräneschüben ist bislang aber noch nicht abschließend geklärt. Fakt ist, dass Alkohol (insbesondere Rotwein) ein Migräne-Trigger ist. Uneinigkeit besteht jedoch dahingehend, ob er alleiniger Auslöser sein kann oder eher einer von mehreren auslösenden Faktoren ist.

Lebensqualität trotz Migräne: Was Betroffene tun können

Migräne ist eine chronische, nicht heilbare Erkrankung. Betroffene können jedoch vorbeugend aktiv werden und so die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migräneattacken positiv beeinflussen.

Für Patienten, die oft und lange an Migräneattacken leiden, kann eine dauerhafte medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Zudem gibt es nicht-medikamentöse Möglichkeiten zur Vorbeugung von Migräne. Sie können alleinig oder ergänzend zur medikamentösen Therapie eingesetzt werden. So kann sich beispielsweise ein gesunder Lebensstil mildernd auf das Krankheitsbild auswirken. Dazu gehören unter anderem ein geregelter Tagesablauf, gleichbleibende Schlaf- und Essenszeiten sowie regelmäßiger (Ausdauer-)Sport wie Schwimmen.

Zur Migräne-Prophylaxe haben sich auch Verfahren aus der Verhaltenstherapie und Entspannungsmethoden bewährt. Bei der progressiven Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson erlernen Betroffene (die bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelbereiche. Stressmanagement-Trainings haben das Ziel, Stressfaktoren der Betroffenen zu ermitteln, Reaktionsmuster bewusst zu machen und passende Bewältigungsstrategien zu erarbeiten.