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Wiesbaden: Kontakt mit HI-Viren: Medikamente können Verbreitung stoppen

Wiesbaden : Kontakt mit HI-Viren: Medikamente können Verbreitung stoppen

Nach einem Kontakt mit HIV-infiziertem Blut, Sperma oder Vaginalsekret können sich die Betroffenen unmittelbar danach noch gegen eine Infektion schützen. Wichtig dafür sei eine möglichst schnell einsetzende medikamentöse Behandlung, erläutert der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden.

Die Betroffenen könnten aber auch selbst etwas tun: Zunächst sollte die jeweilige Hautstelle nach dem Kontakt unter fließendem Wasser gereinigt, mit einem alkoholgetränkten Tupfer abgerieben oder einem alkoholischen Antiseptikum desinfiziert werden.

Druck auf das umliegende Gewebe kann bei einer Schnittverletzung die Blutung anregen und dadurch die Zahl der Viren in der Wunde verringern. Sind Auge oder Mund mit infektiösem Material in Berührung gekommen, sei es ratsam, diese gründlich mit Wasser auszuspülen, so der BDI.

Die Betroffenen sollten sich möglichst schnell für eine medikamentöse Behandlung an ein HIV-Zentrum oder eine HIV-Schwerpunktpraxis wenden. Ratsam sei, die Behandlung innerhalb von zwei Stunden nach dem HIV-Kontakt zu beginnen. Sind mehr als drei Tage vergangen, helfe die Behandlung nicht mehr.

„Die HI-Viren infizieren zunächst Immunzellen im Bereich der Eintrittsstelle”, erklärt Peter Walger vom Universitätsklinikum Bonn. Diese wandern erst nach mehreren Stunden in nahe gelegene Lymphknoten, wo sie sich vermehren und ausbreiten können. Diese Verbreitung lasse sich kurz nach der Virusübertragung am besten verhindern.