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Berlin: Kalte Witterung treibt Venenleistung an

Berlin : Kalte Witterung treibt Venenleistung an

Sport und Bewegung im Freien nützen dem Körper das ganze Jahr über - gerade wenn das miese Wetter im Frühjahr kein Ende nehmen will. „Den Venen tut Kälte gut, sie ziehen sich zusammen und der Bluttransport aus den Beinen funktioniert besser”, sagt Professor Malte Ludwig, Gefäßmediziner und Beiratsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Angiologie.

Bis zu 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden Ludwig zufolge an krankhaft veränderten Venen. Meist sind es die zarten Venenklappen, die Probleme bereiten. Sie öffnen und schließen nicht richtig, dadurch wird das Blut nur mangelhaft aus den Beinen zum Herz gepumpt. Schmerzende, geschwollene Beine oder Krampfadern sind die typischen Symptome.

Die Venenprobleme können unter anderem genetisch bedingt sein. Auch die evolutionäre Entwicklung wird als Ursache diskutiert. „Unser Venensystem stammt noch aus Zeiten, als unsere Vorfahren auf vier Extremitäten unterwegs waren”, erläutert Ludwig. Das venöse Blut musste deutlich weniger Schwerkraft überwinden als dies heute auf zwei Beinen der Fall ist.

„Das Tierreich ist da schon weiter”, betont Ludwig. So verfügen Giraffen in den Halsvenen über kräftige Gefäßklappen, die ein zu schnelles Absacken des Blutes aus dem Kopf und damit eine Ohnmacht verhindern.

Patienten mit Venenproblemen rät Ludwig neben viel Bewegung zum Tragen von Kompressionsstrümpfen. Mit flächendeckendem Druck unterstützen sie die Venenklappenfunktion und entlasten so die Beine.