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Berlin: Impfung gegen Kinderlähmung darf nicht in Vergessenheit geraten

Berlin : Impfung gegen Kinderlähmung darf nicht in Vergessenheit geraten

Kinderlähmung ist zwar kein aktuelles Thema, dennoch sollten Eltern ihre Kinder dagegen impfen lassen, sagt Kinderarzt Ulrich Fegeler aus Berlin.

Denn nur durch eine konsequente Massenimpfung konnte die Kinderlähmung in den vergangenen Jahrzehnten in Europa und Nord-Amerika weitestgehend ausgerottet werden. Aufgrund von „Impfmuffeln” könnte sich das allerdings schnell wieder ändern, warnt der Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

„Zwar verläuft die Kinderlähmung in mehr als 95 Prozent der Fälle unbemerkt beziehungsweise ohne Symptome, aber in etwa ein Prozent der Fälle kommt es in Folge der Erkrankung zu Lähmungserscheinungen oder zur Gehirnhautentzündung, der sogenannten Meningitis”, sagt der Kinderarzt.

Der Impfstoff wird in einen Muskel gespritzt, und zwar in den Oberarm- oder die Oberschenkelmuskel. „Verwendet wird heutzutage ein sogenannter Totimpfstoff”, sagt Ulrich Fegeler. Dieser bestehe aus abgetöteten Poliomyelitis-Viren, den Auslösern der Kinderlähmung. Die erste Impfung findet normalerweise bei Säuglingen zusammen mit anderen Standardimpfungen statt. Zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr muss die Immunisierung dann nochmals aufgefrischt werden.

„Eine routinemäßige Impfung nach dem 18. Lebensjahr ist nicht üblich”, sagt Fegeler. Lediglich Erwachsene, die in gefährdete Länder reisen, sollten sich impfen lassen, sofern ihre letzte Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt. „Empfohlen wird die Impfung bei Reisen nach Nigeria, Ägypten, Indien und Pakistan.”