Berlin: Immer mehr Kinder werden in die Physiotherapie geschickt

Berlin: Immer mehr Kinder werden in die Physiotherapie geschickt

Rückenschmerzen, Plattfuß, Bewegungsstörungen: Immer mehr Kinder durchlaufen schon in frühen Jahren Therapien und bekommen teils auch starke Schmerzmittel.

Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Heil- und Hilfsmittel-Report der Krankenkasse Barmer-GEK hervor. Immerhin 4,7 Prozent aller Jungen und Mädchen bis 13 Jahre bekamen demnach Physiotherapie.

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zählten zu den häufigsten Diagnosen; davon machten Rückenbeschwerden rund 47 Prozent aus, wie es weiter hieß. Etwa 29 Prozent der Kinder mit dieser Diagnose erhielten Physiotherapie, jedes Zweite zudem auch Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol.

„Kinder mit unspezifischen Rückenschmerz-Diagnose und Krankengymnastik-Verordnung müssen stutzig machen”, erklärte der Vizechef der Krankenkasse, Rolf-Ulrich Schlenker. „Hier drängt sich die Frage auf, inwieweit die Gründe auch im sozialen Umfeld und in erzieherischen Defiziten zu suchen sind.”