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Berlin: Im Herbst mit Immuntherapie gegen Allergien beginnen

Berlin : Im Herbst mit Immuntherapie gegen Allergien beginnen

Die Pollensaison ist gerade erst vorbei, doch Allergiker sollten schon jetzt für das nächste Frühjahr planen. Weil im Herbst häufig keine Symptome auftreten, ist dies ein günstiger Zeitpunkt, mit einer Immuntherapie für die kommende Saison zu beginnen.

„Es gibt verschiedene Wege, Toleranz gegen diese Allergene zu erzielen”, sagt Jörg Kleine-Tebbe, Allergologe im Allergie- und Asthma-Zentrum Westend in Berlin. Dazu nutzen Ärzte die spezifische Immuntherapie - entweder im Lang- oder Kurzzeitverfahren. „Beim Langzeitverfahren spritzt der Arzt dem Patienten über eine Dauer von drei Jahren alle vier Wochen genau jene Allergene, die für die Beschwerden verantwortlich sind”, erläutert Kleine-Tebbe. So entwickelt der Körper langsam eine Toleranz gegen die Allergie auslösenden Stoffe.

Die Konzentration der gespritzten Allergene wird in der Steigerungsphase Woche für Woche verdoppelt. Nach ungefähr drei Monaten verabreicht der Arzt erstmals die Höchstdosis, die anschließend monatlich gegeben wird. „Sie ist um ein Vielfaches höher als die natürliche Allergenbelastung”, sagt Kleine-Tebbe. „Vor der Pollensaison sollte dem Körper mindestens einmal, besser mehrfach die Höchstdosis injiziert werden”, rät der Experte. Deshalb sei es sinnvoll, mit der Therapie im Herbst oder Winter zu beginnen.

Auch das Kurzzeitverfahren erstreckt sich über drei Jahre. „Hier ist jedoch die eigentliche Behandlungsdauer kürzer”, sagt der Allergologe. „Weil weniger Injektionen gegeben werden, startet die Behandlung lediglich zwei Monate vor Beginn der Allergiesaison.” Ziel sei es, die Behandlung pünktlich zur Pollensaison abzuschließen.

Beide Verfahren eignen sich gleichermaßen für die Hyposensibilisierung des Körpers mit Allergeninjektionen. Kleine-Tebbe zufolge sind jedoch langfristige Besserung und die Vorbeugung von Asthma und neuen Allergien beim Langzeitverfahren besser belegt. Für erwachsene Pollenallergiker gibt es auch Allergenpräparate, die täglich unter die Zunge gelegt - im Fachjargon „sublingual” verabreicht - werden. „So behandeln wir die Patienten, die nicht für die Allergiespritzen in Frage kommen”, sagt der Allergologe.