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Dallas: Hoher Teekonsum und moderater Kaffeegenuss wirken tödlichen Herzleiden entgegen

Dallas : Hoher Teekonsum und moderater Kaffeegenuss wirken tödlichen Herzleiden entgegen

Kaffee- und Teetrinker dürfen bedenkenlos ihrer Leidenschaft frönen. Eine Langzeitstudie niederländischer Wissenschaftler mit 37 514 Teilnehmern belegt, dass ein hoher Tee- und ein moderater Kaffeekonsum nicht ursächlich mit Schlaganfall oder Herzkrankheiten mit tödlichem Ausgang in Verbindung zu bringen sind.

Die Untersuchung bestätigt zudem die gesundheitsfördernde Wirkung der beiden beliebten Heißgetränke. Dass der Gesundheitszustand von Tee-Fans grundsätzlich besser ist, liegt am Konsumverhalten der Kaffeetrinker, die oft rauchen und sich weniger gesund ernähren, erklären die Forscher um Yvonne van der Schouw vom University Medical Center Utrecht. Sie stellen ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology” der American Heart Association vor (doi: 10.1161/ATVBAHA.109.201939).

„Frühere Studien haben gezeigt, dass Kaffee und Tee die Gefahr von Herzkrankheiten zu reduzieren scheinen. Aber es wurde nicht schlüssig belegt, dass auch weniger Risiken bestehen in Hinblick auf Gehirnschlag und den Tod durch Herzkrankheiten”, erklärt van der Schouw.

Um den Kaffee- und Teetrinkern diese Angst zu nehmen, analysierte das Wissenschaftlerteam über 13 Jahre das Auftreten von Herzkreislauf-Krankheiten bei 37 514 Niederländern im Alter zwischen 20 bis 69 Jahren. Von diesen starben 1405 im Untersuchungszeitraum, davon 563 an Schlaganfall und 1387 an allgemeinen Herzkrankheiten.

Die Studienteilnehmer wurden intensiv über ihren Kaffee- und Teekonsum befragt, wobei unter den Tee-Anhängern Schwarztee mit 78 Prozent die erste Wahl war. Je nach Tageskonsum wurden die Probanden in sechs Gruppen aufgeteilt, angefangen bei weniger als einer Tasse bis zu über sechs Tassen pro Tag. Berücksichtigt wurden für die Analyse über 20 Gesundheitskriterien.

Wer gerne Tee trinkt, der sollte das nach den Studienergebnissen ohne jede Zurückhaltung tun: Bei den Teilnehmern, die über sechs Tassen pro Tag konsumierten, war ein um 36 Prozent reduziertes Risiko von Herzkrankheiten festzustellen im Vergleich zu den Probanden, die nur eine Tasse oder weniger tranken.

Noch geringer ist bei den Vieltrinkern die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Herzerkrankung: Das Risiko war sogar um 45 Prozent niedriger als das der Versuchsteilnehmer, die maximal eine Tasse Tee pro Tag tranken.

Auch der moderate Kaffeegenuss, also zwei bis vier Tassen pro Tag, wirkt nach der Statistik tödlichen Herzleiden entgegen - allerdings weniger deutlich als beim Teetrinken. Die Gefahr des Auftretens einer Herzkrankheit reduzierte sich bei gemäßigtem Kaffeekonsum um 20 Prozent im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die weniger als zwei oder mehr als vier Tassen täglich leerten.

Dass Kaffeekonsum ab vier Tassen kritische Folgen haben kann, erklären die Wissenschaftler nicht mit den Inhaltsstoffen, denn Kaffeetrinker achten nach der Statistik generell weniger auf ihre Gesundheit. Bei den Personen mit einem hohen Kaffeekonsum war - im Vergleich zu den heftigen Teetrinkern - das Bildungsniveau niedriger, es gab mehr Diabetes-Patienten und Raucher, der Hüftumfang war größer und der Cholesterinspiegel war höher.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass die Vorteile des Kaffee- und Teetrinkens wirken, ohne ein höheres Todesrisiko auszulösen”, so das Fazit von Studienleiterin van der Schouw. Die positive Wirkung von Tee und Kaffee führen die Wissenschaftler auf die darin enthaltenen Oxidationshemmer zurück: Die Antioxidantien fangen freie Radikale ab, also kurzlebige Molekülfragmente im Körper, die als Ursache des Alterungsprozesses gelten.