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Berlin: Hodenhochstand bei kleinen Jungen frühzeitig behandeln

Berlin : Hodenhochstand bei kleinen Jungen frühzeitig behandeln

Jungen mit Hodenhochstand sollten schon in ihren ersten zwölf Lebensmonaten behandelt werden. Das empfiehlt eine neue Leitlinie, an der die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) maßgeblich beteiligt war. Dadurch werde die Gefahr für verminderte Fruchtbarkeit und Hodenkrebs deutlich verringert.

Männer, die im Kindesalter an dieser Abweichung litten, haben ein zehnfach höheres Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken. Dieses werde jedoch umso geringer, desto eher der Hoden im Hodensack liegt, erläutert die DGKCH. Wird frühzeitig operiert, wachse der Hoden außerdem besser.

Bei sieben Prozent der betroffenen Babys wandert der Hoden in den ersten sechs Monaten noch an den richtigen Platz. Die DGKCH rät deshalb, bis dahin abzuwarten, danach aber einzugreifen. Bisher wurde mit der Behandlung oft Jahre gewartet. In jedem Fall sollten Eltern ihren Jungen bei einem Verdacht frühzeitig einem Arzt vorstellen.

Beim Hodenhochstand befindet sich der Hoden bei der Geburt nicht im Hodensack, sondern im Bauch oder den Leisten. Bis zu 30 Prozent der frühgeborenen Jungen kommen mit dieser Abweichung zur Welt, normalerweise beträgt der Anteil bei Babys bis zu 3 Prozent.

(dpa)