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Hamburg: Hartnäckiges Nasenbluten kann auf Gerinnungsstörung hindeuten

Hamburg : Hartnäckiges Nasenbluten kann auf Gerinnungsstörung hindeuten

Plötzliches Nasenbluten hört in der Regel nach ein paar Minuten von selbst wieder auf. Hält die Blutung dagegen ungewöhnlich lange an und ist auch mit gängigen Hilfsmitteln wie einem Eisbeutel im Nacken nur schwer zu stoppen, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

„Gerade wenn ein solch schweres Nasenbluten häufiger auftritt, kann eine Gerinnungsstörung, das sogenannte von-Willebrand-Syndrom (vWS), die Ursache sein”, sagt Professor Reinhard Schneppenheim, Kinderarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Beim vWS handelt es sich um eine angeborene Erkrankung, die im Gegensatz zur bekannten Bluterkrankheit, der Hämophilie, auch bei Frauen auftritt. Den Betroffenen fehlt ein bestimmter Gerinnungsfaktor im Blut. Häufig macht sich dies nach einer Operation bemerkbar, wenn Wunden ungewöhnlich lange nachbluten, zum Beispiel bei Kindern nach einer Entfernung der Mandeln. Viele erwachsene Frauen mit von-Willebrand-Symptom leiden zudem unter besonders starken Regelblutungen. Symptom für die Gerinnungsstörung ist zudem die Neigung zu blauen Flecken, sogenannten Hämatomen.

Die Therapie des vWS ist laut Schneppenheim relativ unproblematisch. Durch Infusionen kann der fehlende Gerinnungsfaktor ersetzt werden. Bei den leichteren Formen liegt der Faktor in körpereigenen Speichern vor und kann mit bestimmten Medikamenten freigesetzt werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter http://www.netzwerk-vws.de, dem Portal der Initiative zur Früherkennung des von-Willebrand-Syndroms.