Freiburg: Harninkontinenz nicht schamvoll verschweigen

Freiburg: Harninkontinenz nicht schamvoll verschweigen

Den Urin nicht halten zu können gilt als eines der peinlichsten Gesundheitsprobleme überhaupt. Doch gerade weil auf eine Harninkontinenz häufig eine soziale Isolation folgt, ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema extrem wichtig.

Dazu gehört als Erstes der Gang zum Hausarzt, sagt Berthold Dietsche, Mitglied des Bundesvorstandes im Deutschen Hausärzteverband: „Er kennt meist die Geschichte des Patienten und die Begleitumstände und weiß auch, ob es Vorerkrankungen gegeben hat, die das aktuelle Problem auslösen”, erläutert er.

In einem solchen ersten Gespräch wird beispielsweise geklärt, um welche Art Inkontinenz es sich handelt: Geht ein Harndrang mit dem unwillkürlichen Harnabgang einher? Tritt das Problem nur bei körperlicher Anstrengung oder beim Niesen auf? Oder ist der Urinabgang besonders häufig nach einem Toilettengang zu beobachten? Sind diese Fragen beantwortet, können auch die möglichen Ursachen besser eingegrenzt werden.

Infrage kommen beispielsweise eine Infektion, ein Tumor, Blasensteine, eine vorhergehende Operation, bei Frauen eine Geburt oder ein gynäkologisches Problem wie etwa eine Gebärmuttersenkung, und bei Männern auch eine Prostatavergrößerung. „In praktisch jedem Fall gibt es vielfältige Hilfsmöglichkeiten”, betont Dietsche.

Wer sich nicht sofort zum Arzt traut, kann sich im Vorfeld anhand von Broschüren über die möglichen Ursachen und Therapieansätze informieren. Erhältlich sind solche Faltblätter meist in den Hausarztpraxen, in Apotheken und auch im Internet. Den Arztbesuch ersetzen kann das aber nicht, mahnt Dietsche. Sein dringender Appell: „Das Wichtigste ist, das Problem nicht zu verschweigen”.

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