Köln: Haferflocken können Blutzucker stabilisieren

Köln: Haferflocken können Blutzucker stabilisieren

Hafer kann den Insulinbedarf von Diabetiker senken. „Wenn Diabetiker morgens zum Frühstück Haferflocken essen, kann dadurch der Blutzuckerwert berechenbarer werden”, sagt der Kölner Internist Matthias Riedel.

Er arbeitet beim Berufsverband der diabetologischen Schwerpunktpraxen in Nordrhein (BdSN). Haferflocken bestehen aus Kohlenhydraten mit sehr hohem Ballaststoffanteil. „Darum führen Haferflocken nur zu einem sehr moderaten Blutzuckeranstieg, was den Insulinbedarf von Diabetikern senkt, manchmal sogar sehr drastisch”, erklärt Riedel.

Dieser Effekt könne vor allem für Typ-2-Diabetiker mit einer Insulinresistenz eine große Rolle spielen. „Typ-2-Diabetiker produzieren in den ersten Jahren ihrer Erkrankung in der Regel ausreichend Insulin, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig auf das Hormon”, erklärt Riedel. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dann immer mehr Insulin aus, was jedoch immer weniger wirkt. In der Folge steigt der Blutzucker an. „Bei diesen Patienten kann der ein oder andere Hafer-Tag eine durchaus sinnvolle Maßnahme sein”, sagt Riedel.

An einem Hafer-Tag werde 125 bis 200 Gramm Hafer gemischt mit Obst oder Gemüsebrühe auf 3 Mahlzeiten über den Tag verteilt. „Das ist natürlich eine extreme Diätform und eignet sich überhaupt nicht dazu, auf Dauer durchgeführt zu werden”, sagt Riedel. Aber wenn ein Patient dabei beispielsweise beobachte, dass der Blutzuckerspiegel um 30 Prozent sinke, mache das die Wirkung der Ernährung auf die Blutzuckerwerte gewissermaßen sichtbar. „Und das motiviert die Betroffenen, sich gesund zu ernähren und abzunehmen.”

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