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Euskirchen: Gut zu Fuß: Pflege von Haut und Nägeln beugt Beschwerden vor

Euskirchen : Gut zu Fuß: Pflege von Haut und Nägeln beugt Beschwerden vor

Viele beachten sie nur im Sommer. Nämlich dann, wenn sie in offenen Schuhen oder am Strand gut und gepflegt aussehen sollen. Dabei verdienen unsere Füße immer Aufmerksamkeit. Und ganz besonders, wenn Haut oder Nägel Beschwerden machen.

Vorbeugen: „Durch regelmäßige Pflege kann man verhindern, dass viele Fußprobleme entstehen”, sagt Annett Ullrich, Vizepräsidentin des Zentralverbandes der Podologen und Fußpfleger Deutschlands (ZFD). Einmal in der Woche brauchen die Füße ein Fußbad, sagt Monika Ferdinand, Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Kosmetiker in Bexbach bei Kaiserslautern. Das Wasser sollte nicht zu heiß sein und das Bad nicht länger als fünf Minuten dauern, damit die Haut nicht zu stark aufquillt.

Hornhaut lässt sich mit einem Bimsstein entfernen. „Dabei sollte man nicht übertreiben, denn wird zuviel entfernt, wächst die Hornhaut doppelt nach”, sagt Ferdinand. Die Hornhaut hält man am besten täglich mit Pflegecremes für Füße geschmeidig, die Harnstoff oder Salicylsäure enthalten.

Fußpilz: Schuppige oder rissige Haut sind ein typisches Zeichen für Fußpilz, oft auch ein lästiges Jucken der Haut. Einfangen kann man sich den Pilz vor allem dort, wo es warm und feucht ist, etwa in Schwimmbädern, Umkleiden, in der Sauna, aber auch in Teppichen von Hotels. „Der beste Schutz vor einer Ansteckung ist es, überall dort, wo viele Menschen barfuß gehen, Badelatschen zu tragen”, rät Jan Hundgeburth vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Auch sollte man vor allem die Zehenzwischenräume nach dem Duschen oder Schwimmen sorgfältig abtrocknen, da Feuchtigkeit den Pilz begünstigt. Bei der Gelegenheit schaut man auch mal genauer hin: „Zwischen den Zehen sollte die Haut genauso aussehen wie zwischen den Fingern”, erklärt Hundgeburth.

Fallen kleine Risse oder schuppige Haut auf, sollte der Hautarzt einen prüfenden Blick auf den Fuß werfen. Denn viele Menschen bemerken den Pilz nicht, denn nicht immer muss die befallene Haut jucken. Dann aber tragen sie den Pilz durch die Gegend, andere stecken sich an - auch Familienmitglieder im Badezimmer.

Zur Behandlung wird eine pilzabtötende Creme etwa drei Wochen aufgetragen. Viele Betroffene cremen zu kurz. „Die Gefahr ist, dass aber noch Pilzsporen in der Haut stecken”, erklärt Hundgeburth. Die können sich vermehren, und es kommt zum Rückfall.

Nagelpilz: Fußpilz und Nagelpilz sind derselbe Pilz. Verfärben sich die Fußnägel gelb und werden hart, ist das oft ein Zeichen für Nagelpilz. Betroffene sollten nicht allein herumdoktern, sondern zum Hautarzt gehen. Ist nur die vordere Hälfte des Nagels betroffen, wird der Pilz über einige Monate mit speziellem Nagellack eingepinselt. So stirbt der Pilz ab, der Nagel kann vom Nagelbett gesund nachwachsen. Hat der Pilz die Nagelwurzel erreicht, können meist nur noch verschreibungspflichtige Tabletten helfen.

Eingewachsene Nägel: Für eingewachsene Nägel gibt es vor allem einen Grund: „Sie werden zu kurz geschnitten, vor allem die Ecken werden zu weit runter oder zu rund geschnitten, dadurch verändert sich das Nagelbett, und der in seiner ursprünglich nachwachsende Nagel findet nicht den notwendigen Platz”, erklärt Ullrich.

Es kommt zu Schmerzen beim Gehen bis hin zu eitrigen Entzündungen. Zwickt es nur leicht, kann ein Fußbad mit viel Shampoo oder Seife helfen, sagt Hundgeburth. „Die Füße sollten so lange in dem Wasser sein, bis die Haut schrumpelig wird.”

Podologen entfernen Ullrich zufolge den eingewachsenen Nagelteil und bringen den Nagel mit einer Nagelfalztamponade, die „schient” den Nagel, oder einer Orthonoxiespange wieder auf den richtigen Weg. „Die Spange ist ein Drahtbügel, der auf den Nagel geklebt wird und ihn leicht anhebt”, erklärt Hundgeburth. So kann er über die Haut wachsen. Das dauert einige Monate und sollte von einem Podologen begleitet werden. Und ab sofort gilt: Nägel gerade schneiden und mit einer Feile nur leicht glätten, nicht formen.

Hühneraugen: An den Stellen, wo die Haut an den Füßen oft zuviel Druck ausgesetzt ist, schützt sie sich durch eine Hornschicht. So können starke Verhornungen entstehen. Die Ursache für den starken Druck kann eine Fußfehlstellung sein. „Füße verändern sich im Laufe des Lebens”, erklärt Hundgeburth. Bei vielen Menschen jedoch gehören Hühneraugen in die Kategorie „selbstgemachte Leiden” - sie tragen zu enge Schuhe.

Zunächst können Hühneraugenpflaster helfen. Sie enthalten Harnstoff oder Salicylsäure. „Diese Zusätze erweichen die Haut, die dann mit einem Bimsstein vorsichtig abgetragen werden kann”, so der Dermatologe. Bis das Hühnerauge beseitigt ist, braucht es einige Zyklen dieser Behandlung, vor allem, da viele Hühneraugen bei stetigem Druck immer tiefer gehen.

Podologin Ullrich trägt die überschüssige Verhornung mit einem Skalpell ab. Besteht die Ursache aber weiter, kommen die Hühneraugen immer wieder. Daher sollte eine Fußfehlstellung behandelt werden, und drückende Schuhe gehören aussortiert.

(dpa)