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Hamm: Gericht: Eltern können über Ernährung von Wachkoma-Kind entscheiden

Hamm : Gericht: Eltern können über Ernährung von Wachkoma-Kind entscheiden

Im Streit um lebenserhaltende Maßnahmen für ein im Wachkoma liegendes vierjähriges Mädchen hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm den Eltern das Recht zugesprochen, die künstliche Ernährung zu beenden.

Anhaltspunkte für einen Sorgerechtsmissbrauch lägen nicht vor, berichtete das OLG am Montag über den Beschluss und bestätigte einen Bericht des Bielefelder „Westfalen-Blatts”.

Die Eltern wollten die Ernährungstherapie bei gleichzeitiger Schmerzbehandlung beenden und ihre Tochter sterben lassen. Unter Berufung auf den Anwalt der Eltern berichtete die Zeitung, das Kind sei inzwischen zu Hause gestorben.

Das OLG (Az. 1 UF 78/07) hatte schon im Mai einen Beschluss des Amtsgerichts Minden über den teilweisen Entzug der elterlichen Sorge aufgehoben. Das Kind hatte dem Bericht zufolge wegen eines Behandlungsfehlers einen irreparablen Hirnschaden erlitten und wurde über eine Magensonde ernährt. Nach Meinung der Ärzte war es für immer ohne Bewusstsein.

Das Gericht befand, die Eltern hätten ihren Entschluss nach reiflicher Überlegung getroffen. Die Entscheidung, einer Fortsetzung der lebenserhaltenden Maßnahmen nicht weiter zustimmen zu wollen, erscheine als einfühlbar und das Kindeswohl wahrend.

Nach Angaben eines Anwalts ist in Deutschland schon vielen Koma- Patienten durch Einstellung der Ernährung das Sterben ermöglicht worden.