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Berlin: GEK-Report: Zu wenig Vor- und Nachsorge bei Rückenleiden

Berlin : GEK-Report: Zu wenig Vor- und Nachsorge bei Rückenleiden

Das drückt: Rückenleiden sind zwar Deutschlands Volkskrankheit Nummer eins, doch bei Vor- und Nachsorge wird oft geschlampt.

Laut Bandscheiben-Report, den die Gemünder Ersatzkasse (GEK) am Montag in Berlin vorstellte, haben Patienten mit der ambulanten Diagnose „Rückenschmerzen” ein doppelt so hohes Risiko für spätere Bandscheibenschäden wie Gesunde - weil Vorsorge- oder Behandlungsmaßnahmen oft nicht ausreichen.

Bei 65 Prozent der Patienten werden die Bandscheibenprobleme demnach sogar zur Dauerdiagnose, ohne dass eine Behandlung dokumentiert ist. Und nur etwa ein Fünftel der operierten Bandscheiben-Patienten erhalten nach dem Krankenhausaufenthalt eine Nachsorge- oder Reha-Maßnahme.

„Eine wesentliche Schlussfolgerung aus dem Report heißt "lückenlos behandeln", die andere "frühzeitig intervenieren"”, resümierte Rolf- Ulrich Schenker, GEK-Vorstandsvorsitzender. „Das Verschleppungsrisiko vor und nach der Krankenhauseinweisung ist offensichtlich.”

Schenker mahnte deshalb dringend zu noch mehr Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten, Kliniken und Reha-Zentren in integrierten Versorgungskonzepten. Die GEK baut seit 2005 ein solches Versorgungskonzept zur Rückengesundheit auf.

„Neben nachhaltigen Gesundheitseffekten wurden erhebliche Kosteineinsparungen nachgewiesen.” So seien die Medikamentenkosten dadurch um 12 Prozent, Krankenhaustage um 35 Prozent und Arbeitsunfähigkeitstage um zwei Drittel gesunken.

Grundlage des Reports waren die Routinedaten zu vier Bandscheiben- Diagnosen von 1,1 Millionen GEK-Versicherten von 2005 bis 2007. Danach erhält jeder 20. Versicherte einmal im Jahr eine Bandscheibendiagnose, jeder 60. wird deswegen zeitweise oder dauerhaft arbeitsunfähig.