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Figurtraining im Nichtschwimmerbecken

Figurtraining im Nichtschwimmerbecken

Göttingen. Kinder planschen im Wasser ganz automatisch drauf los. Wild tobend verbrauchen sie ihre überschüssige Energie und sind hinterher ganz müde und zufrieden. Erwachsene hingegen hängen oft lieber träge am Beckenrand herum.

Sie dümpeln mit den Wellen auf und ab und schwimmen ab und zu gemächliche Bahnen. Wer seinen kindlichen Spieltrieb wieder wecken möchte, sollte es mal mit einer Runde Aquafitness probieren.

Ob Aerobic, Jogging oder gymnastische Übungen - unter Wasser bekommt jede Sportart einen ganz besonderen Kick. „Das Training im Wasser ist sehr effektiv. Man arbeitet mit jeder Bewegung gegen den Wasserwiderstand an und trainiert so optimal das Herz-Kreislauf-System und die verschiedensten Muskeln”, sagt Daniela Ott, Autorin des Übungsratgebers „Aquagymnastik”.

Verdopple man die Geschwindigkeit einer Bewegung, erhöhe sich der Wasserwiderstand auf ein Vierfaches, was den Trainingseffekt noch verstärke. „Durch den Wärmeverlust im Wasser muss der Körper außerdem ständig nachheizen und verbrennt so jede Menge Kalorien„, sagt Ott.

Gleichzeitig fühlten sich sogar wahre Schwergewichte im Wasser federleicht. „Je nachdem, wie tief man ins Wasser eintaucht, reduziert sich das gefühlte Körpergewicht durch den Auftrieb um bis zu 90 Prozent”, sagt Ott. In dieser Schwerelosigkeit ließen sich oft auch Übungen durchführen, die der Person an Land große Mühe bereiten würden.

„Auch Schwangere können mit Wasserfitness etwas für ihre Gesundheit tun. Ohne das hemmende Gewicht des Babybauchs trainiert es sich viel leichter, und die Massagewirkung des Wasserdrucks hilft zusätzlich, lästige Lymphstauungen in den Gefäßen zu lösen”, berichtet Ott.

Beim Unterwasser-Training kommen vielfältige Hilfsmittel zum Einsatz. ”Die Übungen werden durch Schaumstoffschlangen und -bretter, Schwimmhandschuhe und Tücher intensiviert. Die Kurseinheiten sind dadurch sehr abwechslungsreich und kurzweilig„, sagt Daniela Ott. Das anspruchsvolle Training werde auch ab und zu durch Entspannungsphasen unterbrochen, so dass man einen idealen Ausgleich erziele.

Die Sportwissenschaftlerin und Physiotherapeutin aus Göttingen ist von der universellen Anwendbarkeit der Wasserübungen überzeugt. „Wasserfitness eignet sich für Menschen jeden Alters und jeder Statur. Ein gesundes Herz ist jedoch Voraussetzung, und Angst vor dem Wasser sollte man auch nicht haben”, sagt Ott. Aquafitness könne präventiv angewendet werden, aber auch zur Verbesserung von körperlichen Beschwerden und als gezielte Rehabilitationsmaßnahme.

Bei Gelenkverschleiß könne man durch die Unterstützung des Wassers beispielsweise auf sanfte Art die stützende Muskulatur aufbauen. „Zudem ist die Verletzungsgefahr bei der Wasserfitness sehr gering, da jede Bewegung vom Wasserdruck geführt wird und man keine ruckartigen, unkontrollierten Bewegungen macht”, sagt Ott.

Auch die Gelenke würden durch die beinahe schwerelosen Bewegungen geschont. Wer sich für einen Kurs im Bereich Aquafitness interessiert, sollte sich unbedingt nach dem fachspezifischen Hintergrund des Trainers erkundigen. „Die Bezeichnung Aquatrainer ist nicht geschützt und kann daher von jedem gebraucht werden. Eine unverbindliche Probestunde kann Aufschluss geben, ob der Kurs wirklich etwas taugt”, sagt Ott.