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Düsseldorf: Experten: Zu wenig Impfungen gegen Meningokokken

Düsseldorf : Experten: Zu wenig Impfungen gegen Meningokokken

Ärzte beklagen eine gefährliche Impfmüdigkeit im Kampf gegen die Meningokokken-Meningitis. Die Hirnhautentzündung (Meningitis), die durch Bakterien namens Meningokokken hervorgerufen wird, könne lebensbedrohlich werden und sei vor allem für Kleinkinder sowie für Jugendliche im Alter zwischen 15 und 19 Jahren gefährlich.

Gerade unter den Jugendlichen sei die Impfbeteiligung mit knapp 20 Prozent zu gering, mahnten die Experten des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch- Institut (RKI) empfiehlt die Impfung für Kleinkinder ab 12 Monaten.

Beispielhaft sei dagegen der Impferfolg in England. Seit 1991 sei die Meningokokken-Impfung für Schulkinder dort Pflicht. „In der Gruppe der Null bis 19-Jährigen ist die Zahl der Erkrankungen in Großbritannien im Zeitraum von 1991 bis 2001 um 83 Prozent zurückgegangen”, sagte CRM-Leiter Tomas Jelinek. In Deutschland gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen.

Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe bieten Schutz gegen die Meningokokken-Serogruppen A, C, W135 und Y. Zwei Drittel der Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland werden nach RKI-Angaben allerdings durch Erreger der Serogruppe B ausgelöst. An einem Impfstoff gegen diese Erreger werde noch gearbeitet, erläuterte das CRM.