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Köln: Experten: Impfung bei geringem Hepatitis-B-Risiko unnötig

Köln : Experten: Impfung bei geringem Hepatitis-B-Risiko unnötig

Menschen mit einem geringen Ansteckungsrisiko haben keinen Vorteil von einer Impfung gegen Hepatitis B.

Auch ein Test auf eine etwaige Ansteckung scheine dieser Gruppe keinen gesundheitlichen Nutzen zu bringen, urteilt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln.

Es stützt sich auf die Auswertung aktueller Forschungsarbeiten zu der Frage, ob sich eine Hepatitis-B-Impfung für Erwachsene lohnt, bei denen unbekannt ist, ob sie bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.

Es wird vor allem durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, meist beim Sex. Es kann eine Leberentzündung auslösen und manchmal zu chronischen Leberschäden führen. Bei mehr als neun von zehn Erwachsenen heile eine akute Erkrankung aber von allein aus und müsse nicht behandelt werden, erläutert das IQWiG.

In Deutschland ist das Ansteckungsrisiko dem Institut zufolge für die meisten Menschen sehr niedrig. Weniger als 100 Menschen seien mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert.

Gefährdet sind am ehesten Risikogruppen: Dazu zählen Männer, die Sex mit Männern haben, Menschen mit vielen wechselnden Geschlechtspartnern oder Drogenabhängige und Tätowierte, bei denen nicht sterile Nadeln oder Spritzen zum Einsatz kommen.

Auch wer mit einem Hepatitis-B-Kranken zusammenlebt oder sich auf Dauer in einem Land mit großer Verbreitung der Krankheit aufhält, hat ein höheres Risiko. In solchen Fällen könne ein Test oder auch eine Impfung daher sinnvoll sein.