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Düsseldorf: Experte: Ämter haben bei Masern-Epidemie nicht rasch gehandelt

Düsseldorf : Experte: Ämter haben bei Masern-Epidemie nicht rasch gehandelt

Im Fall der Masern-Epidemie mit 1700 Kranken in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr haben die Behörden nach Ansicht eines Experten nicht energisch genug gehandelt.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission am Robert Koch- Institut, Prof. Heinz-Josef Schmitt, hätten die betroffenen Gesundheitsämter und andere Verantwortliche nicht verhindert, dass infizierte Kinder weiter zur Schule oder in den Kindergarten gegangen seien.

Das Infektionsschutzgesetz verbiete den Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung in einem solchen Fall eindeutig. Es sei viel zu spät gehandelt worden, sagte Schmitt laut Bielefelder „Westfalen- Blatt” (Samstag). Die Sache sei ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Nach Angaben des Landesinstituts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Münster hat sich die Zahl der Masern- Erkrankungen seit Jahresbeginn in Nordrhein-Westfalen auf fast 80 erhöht. Unter den Patienten sind 60 Kinder und Jugendliche. Über die Osterferien seien 32 neue Fälle registriert worden, weitere nach Schulbeginn. Seit Ausbruch der Epidemie im vergangenen Jahr sind zwei Kinder an den Folgen der Krankheit gestorben.