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Mainz: EU-Umweltagentur: Handys bergen Gesundheitsrisiko

Mainz : EU-Umweltagentur: Handys bergen Gesundheitsrisiko

Die Europäische Umweltagentur EEA warnt vor gesundheitlichen Gefahren des Mobilfunks. Nach einem Bericht des ARD-Magazins „Report Mainz” gibt es laut EEA einen auffälligen Zusammenhang zwischen häufiger Handy-Nutzung und Gehirntumoren.

EEA-Direktorin Jacqueline McGlade sagte dem Magazin laut einer Pressemitteilung des Südwestrundfunks vom Montag: „Handys mögen schwach strahlen, aber es gibt genügend Beweise für Wirkungen auch bei schwacher Strahlung, dass wir jetzt handeln müssen.” Starke Handy-Nutzer, die ihr Handy etwa 460 Stunden im Jahr genutzt hätten und das mehr als 15 Jahre lang, hätten Ausprägungen von Hirntumoren wie Gliomen gezeigt.

Die Umweltagentur mit Sitz in Kopenhagen bezieht sich laut Mitteilung auf einen 600-seitigen Bericht der sogenannten „Bioinitiative Group”, ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern, die 2000 Studien zur Wirkung von elektromagnetischen Feldern ausgewertet hätten.

Laut McGlade stört auch Mobilfunkstrahlung unterhalb der geltenden Grenzwerte den Signalaustausch zwischen Zellen. „Wenn das über einen langen Zeitraum passiert, können diese Störungen natürlich zu Langzeiteffekten wie Krebs führen”, sagte sie. Deshalb rate die EEA dazu, die geltenden Grenzwerte im Hinblick auf solche biologischen Effekte neu zu definieren und damit zu senken. Bisher sind allein thermische Effekte, also die Erwärmung von Gewebe durch Mobilfunkfelder, ausschlaggebend für die Festlegung der Grenzwerte.

Die Europäische Umweltagentur ist eine Einrichtung der Europäischen Union. Ihre Aufgabe darin besteht nach eigenen Angaben darin, Politikern und der allgemeinen Öffentlichkeit zuverlässige und unabhängige Informationen über die Umwelt zur Verfügung zu stellen.