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Marburg: Erster Impfstoff gegen Enzephalitis in Deutschland zugelassen

Marburg : Erster Impfstoff gegen Enzephalitis in Deutschland zugelassen

Asien-Reisende können sich nun erstmals mit einem in Deutschland zugelassenen Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis immunisieren. Kommt es zu Impfkomplikationen wie einer Hirnhautentzündung, hätten sie nun Anspruch auf eine Entschädigung durch die Landesversorgungsämter, erklärt Ute Arndt, Immunologin beim Deutschen Grünen Kreuz (DGK) in Marburg.

Bisher seien aber keine Komplikationen aufgetreten. Denn der neue Impfstoff sei sicherer und werde in der Regel gut vertragen. Vor der Zulassung mussten Ärzte ausländische Impfstoffe gegen den Flavivirus importieren.

Der neue Impfstoff enthält nach Angaben des DGK abgetötete Enzephalitis-Viren und ist für Erwachsene zugelassen. Für eine Grundimmunisierung seien zwei Spritzen im Abstand von vier Wochen notwendig.

Die zweite Spritze sollte spätestens eine Woche vor Beginn der Reise verabreicht werden. Wie lange der Impfschutz anhält, sei bisher noch nicht bekannt, sagt Ute Arndt. Jede Dosis des Impfstoffs koste rund 85 Euro, die gesamte Impfung also etwa 170 Euro. Grundsätzlich müssten Touristen die Kosten wie bei jeder Reiseimpfung selbst übernehmen.

Die Japanische Enzephalitis kommt in gemäßigten und tropischen Gebieten Asiens vor. Besonders groß sei die Gefahr in Gegenden, in denen ausgedehnt Reis angebaut oder Schweine gezüchtet werden. Der Erreger ist ein Verwandter des FSME-Virus und wird durch Mücken übertragen. Deshalb sollten sich Asien-Reisende vor allem abends und nachts vor Mückenstichen schützen.

Bei etwa einem Prozent der Infizierten verlaufe die Krankheit schwer und führe zu einer Gehirnentzündung, so das DGK. Dann könnten Betroffene neurologische Folgeschäden erleiden oder sogar sterben.