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Mannheim: Erhöhtes Embolie-Risiko auf Flugreisen

Mannheim : Erhöhtes Embolie-Risiko auf Flugreisen

Flugreisen sind einer aktuellen Studie zufolge die zweithäufigste Ursache von Lungenembolien. Im Flugzeug trete die Verstopfung der Lungenarterie häufiger auf als infolge von Gerinnungsstörungen, Krebs, Schwangerschaft oder dauerhafter Bettlägerigkeit.

Dies ergab eine Untersuchung des Mediziners Ralf Lehmann vom Zentrum Innere Medizin der Universitätsklinik Frankfurt am Main. Noch häufiger sind demzufolge nur Embolien unbekannter Ursache.

Das Risiko einer Lungenembolie im Flugzeug steige mit der Dauer der Reise, berichtete Lehmann bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. Bei Entfernungen von mehr als 5000 Kilometern sei es etwa 20-mal höher als bei kürzeren Flügen.

Verantwortlich dafür sei neben der verkrampften Haltung in den engen Sitzen auch der niedrige Luftdruck an Bord. Um einer Lungenembolie vorzubeugen, sollte den Angaben zufolge im Flugzeug auf Schlaftabletten und starken Alkoholkonsum verzichtet werden. Außerdem werde empfohlen, häufig aufzustehen und herumzugehen sowie Stützstrümpfe zu tragen.

Eine Lungenembolie sei potenziell immer lebensbedrohlich und müsse sofort behandelt werden, betont die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie. Wenn die Erkrankung durch eine Flugreise auftrete, verlaufe sie meist akuter: Die Patienten müssten häufiger wiederbelebt oder beatmet werden. Allerdings sei die Langzeitprognose besser als bei Embolien anderer Ursache.