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London: Embryo-Selektion schafft Baby ohne Brustkrebs-Gen

London : Embryo-Selektion schafft Baby ohne Brustkrebs-Gen

Ärzte in Großbritannien haben erstmals eine Embryo-Selektion vorgenommen, um ein Baby vor einer erblichen Brustkrebserkrankung zu schützen.

Wie die britische Sonntagszeitung „The Sunday Times” berichtet, hatte sich die 27-jährige Mutter für eine künstliche Befruchtung entschieden, weil sowohl die Mutter ihres 28-jährigen Mannes als auch dessen Schwester, Großmutter und Cousine Brustkrebs hatten.

Von den elf künstlich hergestellten Embryos pflanzten Ärzte zwei ohne Krebsgen in die Gebärmutter der Frau ein. Ein Embryo habe überlebt, hieß es. Die Frau sei in der 14. Schwangerschaftswoche. Durch die Selektion werde die weitere Vererbung des Gens in der Familie gestoppt.

Mit Hilfe der so gennanten Präimplantationsdiagnostik (PID) können befruchtete Eizellen noch vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf genetische Fehler untersucht werden. In Großbritannien wurde die PID 2006 legalisiert. Sie darf bei einer drohenden Vererbung bestimmter Formen von Krebs, Alzheimer und Muskelkrankheiten genutzt werden.

In Deutschland ist die Selektion von Embryonen anhand genetischer Eigenschaften bislang verboten. Kritiker befürchten, dass die PID zu einer neuen Form der Eugenik führen wird.